Nein zur Kindergarten-Gebühr

Dagegen unterschreiben und dagegen protestieren ist jetzt wichtig! Am Donnerstag, den 23.11.2017 findet um 16 Uhr vor dem Landhaus in Linz eine von den Gewerkschaften younion, GPA-djp und vida organisierte Protestaktion statt. Die Kinderfreunde schließen sich diesem Protest an. Außerdem werden gegen Unterschriften gegen die Abschaffung des Gratis-Kindergartens gesammelt.

Mit großer Besorgnis reagieren die Kinderfreunde OÖ auf die Nachmittags-Strafgebühr für den Kindergartenbereich. „ÖVP und FPÖ negieren vollkommen, dass Eltern die Kindergartenbetreuung am Nachmittag brauchen. Es ist zu erwarten, dass die geforderte Mindestanzahl von 10 angemeldeten Kindern nicht überall zustande kommt und Kindergärten am Nachmittag zusperren“, so Roland Schwandner, Landesvorsitzender der Kinderfreunde OÖ. „ÖVP und FPÖ wollen offensichtlich Familien bestrafen, wenn sie ihre Kinder am Nachmittag nicht selbst betreuen.“

Kinder werden zu Verschubmasse

Unberücksichtigt bleibt dabei der hohe Stellenwert des Kindergartens für die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung der Kinder. Der Kindergarten ist ein wichtiger Ort der Bildung, hier passiert unter anderem der von Schwarz-Blau in Sonntagsreden so innig eingeforderte Spracherwerb. Hier zu kürzen heißt, eine riesige Hypothek auf die Zukunft der Kinder aufzunehmen. Diese Strafgebühr auf die Nachmittagsbetreuung ist offensichtlich dem veralteten Weltbild der aktuellen Landesregierungsmitglieder geschuldet.

Schritt zurück?!

Dabei war die ÖVP schon viel weiter. 2009 sagt der damalige Landeshauptmann Josef Pühringer anlässlich der Einführung des Gratis-Kindergartens: "Als erste Bildungseinrichtung für unsere Kleinsten hat der Kindergarten eine ganz besondere Bedeutung. Dass der Besuch in Oberösterreich ab 1. September kostenlos sein wird, ist für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein absoluter Meilenstein und trägt gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wesentlich zur finanziellen Entlastung der oberösterreichischen Familien bei". Betont wird von Pühringer auch, dass die Beitragsfreiheit ein „starker Job-Motor in den Regionen“ sei.

Kindergarten am Nachmittag zu

Der Administrationsaufwand der geplanten sozialen Staffelung wird in keinem Verhältnis zum Ertrag stehen. Wenn sich das Land OÖ aus der Nachmittagsfinanzierung zurückzieht, bleiben die Gemeinden auf der Finanzierung sitzen. „Viele Landgemeinden werden die Betreuung am Nachmittag nicht aus eigenen Stücken finanzieren können, oder aber die Elternbeiträge werden astronomisch hoch angesetzt. Nichts davon ist wünschenswert,“ so Schwandner. Ergebnis werde sein, dass viele Kindergärten am Nachmittag zusperren müssen und dabei auch als Konsequenz Arbeitsplätze verlorengehen.

Wer will hier noch arbeiten?

Gleichzeitig herrscht schon jetzt ein Fachkräftemangel, der sich weiter verschärfen wird. „Wer wird noch als Pädagoge oder Pädagogin im Kindergarten arbeiten wollen, wenn maximal 25 Wochenarbeitsstunden möglich sind?“, fragt Roland Schwander. Die Kinderfreunde betreiben in ganz Oberösterreich Kindergärten, Krabbelstuben, Horte und Nachmittagsbetreuung.

Ende der Vereinbarkeit

Was das Ende des Nachmittags im Kindergarten für berufstätige Eltern heißt, sei so Schwandner kaum auszudenken. „Sie werden in die Vergangenheit zurückgeworfen, viele werden vor die Wahl Beruf ODER Familie gestellt.“ Landesrätin Haberlander müsse sich ihrer „Verantwortung als Frauenlandesrätin stärker bewusst werden“, fordert der Landesvorsitzende der Kinderfreunde OÖ. Die Erwerbsfähigkeit vieler Mütter sei durch diese Besteuerungsaktion akut bedroht. Wer zum Beispiel im Handel oder im Gesundheitsbereich arbeitet, werde es ohne Nachmittagsbetreuung im Kindergarten nicht hinbekommen, ist Roland Schwandner überzeugt.

Chancengerechtigkeit steht auf dem Spiel

Der Kinderfreunde Landesvorsitzende befürchtet, dass diese Maßnahme erst der erste Schritt der schwarz-blauen Familien-Kürzungspolitik ist. Das „Ausradieren aller Pläne für die Nachmittagsbetreuung im Schulbereich wird schon in der Schublade der schwarz-blauen Entscheider liegen, die Chancengerechtigkeit für unsere Kinder steht auf dem Spiel“, fürchtet Roland Schwandner.

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