Moderatorenteam Luis Noah und Heli

Landeskonferenz der KinderfreundInnen Salzburg 2017

Das erwarten sich Salzburgs Kinderfreunde von der Regierung: 5 Ziele für Kinder und Familien

 

Bei der Landeskonferenz der Salzburger Kinderfreunde am Samstag wurde das bestehende Team aus Vorsitz und Geschäftsführung bestätigt. „Wir werden weiter eine starke Stimme für Kinder und Familien sein. Land, Gemeinden und besonders die nächste Bundesregierung dürfen kein Kind emotional oder sozial zurücklassen“, so Landesvorsitzende Cornelia Schmidjell und Landesgeschäftsführerin Vera Schlager. 5 Ziele sind für beide in den nächsten Jahren besonders wichtig: Gleiche Bildungschancen für alle Kinder, ein kostenloser, verpflichtender und fördernder Kindergarten, wirkliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf und generell mehr Familienzeit sowie mehr Räume für die junge Generation.

 

Salzburgs Kinderfreundinnen und Kinderfreunde bestätigten am 4. November Vorstand und Vorsitz. Weil bald eine neue Regierung die österreichische Politik bestimmt, stand die Landeskonferenz im Zeichen nachhaltiger Maßnahmen für Kinder und Familien.

Landesvorsitzende Cornelia Schmidjell: „Der Grundstein für ein selbstbestimmtes, glückliches Leben wird in der Kindheit gelegt. Wir Kinderfreundinnen und Kinderfreunde wollen für die Kinder die Qualität ihrer Betreuung in pädagogischen Einrichtungen wie auch in der Familie verbessern und voranbringen. Es geht um ihre Rechte, ihre soziale Absicherung, Teilhabe und persönliche Entfaltung.“

„Deshalb darf kein Kind beim Thema Mindestsicherung, Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld zurückgelassen werden. Erst wo soziale und finanzielle Grundbedürfnisse sicher gedeckt sind, kann eine wirklich erfüllte Kindheit frei von Armut beginnen. Ich appelliere deshalb an die Politik auf Gemeinde-, Landes- und besonders Bundesebene, ihre Verantwortung wahrzunehmen und keine Einschnitte bei dieser schutzbedürftigsten aller gesellschaftlichen Gruppen zu setzen“, so Schmidjell.

5 Bereiche, in denen noch mehr für Kinder getan werden muss:

  • Die wohl wichtigste Forderung der Kinderfreundinnen und Kinderfreunde: Gleiche Bildungschancen, egal woher das Kind kommt. Dafür braucht es die Gesamtschule für Kinder von 6 bis 15 Jahren in Form einer verschränkten Ganztagesschule und einen flächendeckenden Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder ab 2 Jahren. Zudem vom Bund einheitliche Vorgaben und Finanzierung von Kinderbetreuung und der zugehörigen pädagogischen Ausbildung. Ressourcen wären nach Bedarf zu vergeben. So können Nachteile bei Teilhabe und Bildung, die aus dem sozialen Status oder der Herkunft resultieren, ausgeglichen werden.
  • Die Bedürfnisse von Kindern müssen in der Ortsentwicklung stärker berücksichtigt werden. Es braucht attraktive, gut gewartete Spiel- und Begegnungsräume und Freiflächen. Fortschrittliche Gemeinden binden Kinder in Entscheidungen dazu ein und bieten eigene Kulturangebote für sie.
  • 2 Stunden jeden Tag und 2 volle Tage die Woche. So viel Familienzeit muss sein. Dazu braucht es eine flächendeckende Ganztagesschule bis 14 Jahre, in der Freizeit und Unterricht verschränkt sind. Wird in der Schule alles erledigt, bleibt die restliche Zeit der Familie.
  • Um für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen braucht es eine gesetzliche Garantie auf einen Kinderbetreuungsplatz. Zudem flächendeckend ganztägige Betreuungseinrichtungen.
  • Der Kindergarten legt den Grundstein für die Bildung der Kinder. Nur so wird jedes Kind ideal gemäß Alter und Bedürfnissen gefördert, auf sprachliche und schulische Herausforderungen vorbereitet. Es braucht auch mehr Betreuungsplätze für 1-3-jährige. Und: All diese Angebote sollten beitragsfrei sein.

Für eine Politik, die Kinder vor Armut schützt und für gleiche Chancen sorgt

 

Kinderfreunde Landesgeschäftsführerin Vera Schlager: „Viele Herausforderungen können am besten bei den Kleinsten gelöst werden. Sprachdefizite gehören schon im Kindergarten so weit als möglich behoben. Wird an Schulen das Fach Kochen wieder eingeführt und Essen vor Ort frisch zubereitet, dann wirkt das nicht nur den zunehmenden Ernährungs-Problemen entgegen, sondern schafft Ressourcenbewusstsein und eine Gemeinschaft.“ Aber auch in der Arbeitswelt ist vieles möglich: „Der Flexibilisierungsdruck auf die Beschäftigten muss enden. Es braucht familienfreundliche Arbeitszeit-Modelle. Etwa eine 6-monatige Familien-Auszeit wie in den Niederlanden - auch auf mehrere Jahre aufteilbar, so dass ohne Widerspruch des Arbeitgebers ein freier Tag pro Woche möglich ist“, so Schlager. Es geht um nichts anderes als eine Kinder- und Familienpolitik, die vor Armut schützt und für gleiche Chancen sorgt. Die Familie nicht hinter die Arbeitswelt zurückstellt und keine Einschnitte bei den Ärmsten und Schwächsten zulässt.

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