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Traudi für junge Flüchtlinge

Kinderrechte sind für ALLE da!

20. November ist Internationaler Tag der Kinderrechte 

Wir freuen uns! Ein weiteres Mal durften die Kinderfreunde Steiermark für eines ihrer Projekte die begehrte "Traudi", den steirischen Kinderrechte-Preis, in der Rubrik „außerschulische Veranstaltungen“ entgegennehmen. Bereits zum 12. Mal zeichneten Kinderbüro, Land Steiermark und Stadt Graz erfolgreiche Kinder- und Jugendprojekte aus. Heuer standen insbesondere die Artikel 19 und 24 im Fokus: "Schutz vor Gewalt, Misshandlung und Verwahrlosung" sowie das "Recht auf Gesundheit".

„Ob Flüchtlingskinder, armutsbedrohte Familien oder ausgebeutete Kinder auf der ganzen Welt – wenn wir den Tag der Kinderrechte begehen, dann heißt das dorthin zu blicken, wo Kinder um eben diese Rechte gebracht werden!" Alexia Getzinger, MAS, Vorsitzende der Kinderfreunde Steiermark

Projketidee:

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die im Europahaus am Steinberg wohnen, und UMfs die in den Ortsgruppen der Kinderfreunde Steiermark betreut werden, lernten in im ersten Teil der "Reise" anhand von Kinderrechte-Stationen und eines Kinderrechte-Memory, die UN-Kinderrechte kennen. Im zweiten Teil, der dann auch zur Vorbereitung zur Wahl eines Haussprechers (UMF) und seines Stellvertreters diente, kamen Workshops zum Einsatz und Teil drei diente dem kommunikativen Austausch. Im Workshop mit Stationenbetrieb diskutierten österreichische Kinder und junge Flüchtlinge über Kinderrechte.

Kinderrechte sollen direkt thematisiert werden um Kinder und Jugendliche direkt zu Multiplikatoren ihrer eigenen Rechte zu machen. Im besten Fall können auch die Kinder und Erwachsenen in ihrem Umfeld durch ihr Wissen sensibilisiert werden.

•              Kennenlernen der UN-Kinderrechtekonvention und Betrachtung, Diskussion einzelner Artikel

•              Methoden zur Behandlung spezieller Themen der Kinderrechte (Bildung, Privatsphäre, Kinderarbeit, Familie, Spiel und Freizeit, Meinungsfreiheit, u.a.)

•              Verbreitung der Kinderrechte

•              Sensibilisierung von Kindern bezüglich ihrer Rechte

•              Kinder zu MultiplikatorInnen zum Thema Kinderrechte zu machen

Bilder von der Gala

Bilder vom Projekt

 Projektphase I: Information

Eine bunte Reise durch die Kinderrechte mithilfe von Stationen.

Anhand der kindgerechten Aufbereitung und Umsetzung der Kinderrechte-Stationen wird die Stärkung und Förderung von Kindern und ihren Rechten unterstützt.

Stationen:

•              Kinderrechte Memory

 •             ad Artikel 19 – Schutz vor Missbrauch und Vernachlässigung

•              ad Artikel 24 – Kinder haben das Recht auf bestmögliche Gesundheit /

•              Artikel 12: Berücksichtigung des Kindeswillens

•              Artikel 13: Meinungs- und Informationsfreiheit - Vorbereitung auf die Wahl eines Haussprechers (UMF) und Stellvertreters

Projektphase II - Implementierung

„Gelebte Demokratie im UMF Quartier“

Implementierung durch Deutsch-Trainerin Monika Hajek;

Workshops:

•              WS I „Mitspracherecht &Meinungsfreiheit“ Vertiefung

•              WS II „Wie halte ich eine demokratische Wahl einer Vertretung ab?“ und Vorbereitung

•              WS III „Wahl“ eines Haussprechers und einem Vertreter aus der Gemeinschaft der Mitbewohner im Europahaus (Vorgesehene Neu-Wahl einmal jährlich)

 

Projektphase III: Kommunikation

Durch einen Workshop werden österreichische Kinder mit Flüchtlingen zusammengebracht und informieren und tauschen sich zu dem Thema aus. Um möglichst viele Kinder zu erreichen, wird es einen Stationenbetrieb geben.

Motivation für die Projektidee:

Es ist eine Horrorvorstellung seine Heimat verlassen zu müssen und monatelang mit ungewisser Zukunft unterwegs zu sein. Besonders Minderjährige leiden enorm unter dieser traumatischen Erfahrung. Mit „connect“, dem ehrenamtlichen Angebot der Kinderfreunde in Kooperation mit Partnerorganisationen, und den UMF-Betreuungseinrichtungen haben die Kinderfreunde einen Ort der Sicherheit und Geborgenheit geschaffen. Hier bieten wir den Kindern und Jugendlichen Bildungs- und Freizeitaktivitäten – ob Sport- und Spielangebote, spielen und lernen oder Deutschkurse.

Bezug zu den Kinderrechten:

Unser Engagement in der Flüchtlingshilfe ist die logische Weiterführung dessen, was wir seit unserer Gründung vor 108 Jahren tun: Wir kümmern uns um die Kinder, die unter ganz schwierigen Bedingungen leben müssen und wir kämpfen dafür, dass alle Kinder die gleichen Rechte haben. Deshalb: Kinderrechte müssen auch und besonders für Flüchtlingskinder gelten! Es liegt auf der Hand, dass Artikel 19 und 24 hier besonders im Fokus stehen. Wenn wir in diesen Kindern und Jugendlichen das Bewusstsein stärken, ein Recht darauf zu haben, ohne Gewalt und in einem schützendem Umfeld mit sauberer Umwelt unter Zugang zu Nahrung und medizinischer Versorgung aufzuwachsen, geben wir ihnen viel für ihr späteres Leben mit. Vieles, das sie entweder in ihre alte Heimat mitnehmen können oder in ihrer neuen Heimat leben werden.

Die Workshops „Mitspracherecht &Meinungsfreiheit“, „Wie halte ich eine demokratische Wahl einer Vertretung ab?“ und  „Wahl“ geben dabei nur den Rahmen vor, da die Planung und Abhaltung der Wahl letztendlich völlig autonom von den Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden soll. Wir beziehen uns dabei auch auf Artikel 19, da die jungen Bewohner  des UMF-Quartiers lernen sollen, sich auch selbst ein gewaltfreies, schützendes und stärkendes Umfeld zu schaffen. Durch die Wahl eines Haussprechers und seines Vertreter aus der Gemeinschaft der Mitbewohner (vorgesehene Neu-Wahl einmal jährlich) haben sie es nun ein Stück weit selbst in der Hand.

Besonderheiten des Projektes:

51 % aller Flüchtlinge weltweit sind Kinder und Jugendliche. Sie leiden unter Verletzungen und Traumata, die sie ein Leben lang begleiten. Besonders schlimm ist die Situation von Kindern, die ihre Eltern verloren haben oder von ihnen getrennt wurden. Es ist uns ein besonderes Anliegen, Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken und Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig es ist, Kindern und Jugendlichen ein Stück ihrer Freiheit zurückzugeben. Alle Kinder haben Rechte, egal welcher Herkunft, Ethnie oder Kultur!

Dieses Projekt soll Kindern und Jugendlichen das Selbstbewusstsein zurückgeben, dass es egal ist, woher man kommt und dass jede Stimme zählt und gleich viel wert ist wie die der anderen. Dass es sich lohnt für die eigenen Interessen einzustehen und dass es durchaus auch Möglichkeiten gibt, selbstständig und integer mit allen Rechten und Pflichten zu leben. Das Trauma, der durch die Flucht "erlernten Hilflosigkeit" tauschen gegen Konsens und Demokratie bei gleichzeitiger Wahrung größtmöglicher Autonomie. Kurzum: Demokratie und die damit verbundenen Rechte und Pflichten konkret zu erfahren und zu leben.  

Fakten zum Projekt:

Projektdauer: August 2016 bis November 2016. Zielgruppe: ca. 100 Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund

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Kasperl im Augarten

 


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