2 Kinder vor dem Banner zur Kinderrechtedemo

Kinderrechte aktuell

Die Kinderrechtskonvention ist seit Jänner Teil der Österreichischen Bundesverfassung und trotzdem gibt es für uns alle noch viel zu tun.

Die Kinderrechtskonvention begleitet die Kinderfreunde schon seit mehr als 20 Jahren und auch nach der Anhebung einiger weniger Kinderrechte in den Verfassungsrang ist das Thema für uns noch lange nicht gestorben. Einige Rechte sind nun zwar verankert, jedoch geht es nun um die Umsetzung und dazu haben wir viele Ideen und Forderungen.

Hier eine Auflistung der Forderungen, die aus unserer Fachtagung im April 2011 entstanden sind:


1. Wir Kinderfreunde fordern, dass die Verfassungsverankerung nur als erster Schritt zur Umsetzung der Kinderrechte in Österreich verstanden werden darf. Nun müssen konkrete weitere Schritte folgen.

2. Wir Kinderfreunde fordern eine Kinderrechte-Million zur Förderung von Projekten, die der Aufklärung und Information über Kinderrechte dienen (inkl. transparente Kriterien, die unter Einbeziehung der Kinderrechteorganisationen entwickelt werden).

3. Wir Kinderfreunde fordern einen Kinderrechte-Fachbeirat aus unabhängigen ExpertInnen auf Bundesebene; Beratung der Regierung in Kinderrechteangelegenheiten; Möglichkeit, Förderschwerpunkte vorzuschlagen und Transparenz und Wirksamkeit der Förderprogramme zu prüfen.

4. Wir Kinderfreunde fordern ein Kinderrechte-Sendeformat des ORF unter Einbeziehung von Kinderrechte-ExpertInnen.

5. Wir Kinderfreunde fordern die Entwicklung und Verbreitung eines neuen Kinderrechte-Koffers mit umfangreichen didaktischen Materialien für alle Altersgruppen und alle schulischen und außerschulischen Einrichtungen und Organisationen.

6. Wir Kinderfreunde fordern ausgewiesene Kinderrechte-Informationsstellen in allen Bundesländern.

7. Wir Kinderfreunde fordern die systematisierte Ausbildung aller PädagogInnen in Sachen Kinderrechte.

8. Wir Kinderfreunde erarbeiten ein Konzept für ein Seminar zum juristischen Grundverständnis für Kinderrechte-Organisationen.

9. Wir Kinderfreunde planen eine Rechtsschutzoffensive im Kinderrechte-Bereich:

  • Sammlung von Bestimmungen, die dem B-VG widersprechen könnten
  • Begleitung eines „Präzedenzfalls“ (Bescheidbeschwerde)
  • Kampagne zur abstrakten Normenkontrolle

10. Wir Kinderfreunde fordern umfassendes Gesetzesmonitoring rund um das B-VG Kinderrechte.

11. Wir Kinderfreunde fordern eine Sensibilisierungskampagne für EntscheidungsträgerInnen der Verwaltung.

12. Wir Kinderfreunde fordern eine zentrale/bundesweite Kinderrechte-Forschungsstrategie. Das umfasst:

  • Partizipative Forschung: Forschungsprojekte, in denen Kinder in den Forschungsprozess einbezogen sind, erscheinen uns als besonders geeignet, um die Umsetzung von Kinderrechten wissenschaftlich zu untersuchen.  
  • Forschungsbudget: Dem Gesetzgeber wird durch internationale Fachausschüsse unterschiedlicher menschenrechtlicher Übereinkommen empfohlen, Forschung und Statistiken über die Umsetzung von unterschiedlichen Kinderrechten zu finanzieren. Die mangelnde Umsetzung dieser Empfehlungen wird in NGO-Berichten regelmäßig kritisiert. Es wird hier vorgeschlagen, dass vom zuständigen Ministerium ein Budget für Forschung über die Umsetzung der Kinderrechte eingerichtet wird.
  • Transparente Förderkriterien: Anstatt unter dem Label Jugendpartizipation pseudopolitische Aktivitäten zu unterstützen, sollte der Staat mit einer zielgerichteteren Förderpolitik und transparenten Kriterien Partizipationsprojekte fördern, die in der Lebenswelt der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen stattfinden.
  • Entwicklung von Indikatoren: Es sollen - aufbauend auf bestehenden Dokumenten (EU-Kinderrechteindikatoren 2009, EU-Kinderrechteagenda 2011) Indikatoren entwickelt werden, mit denen die Prozess- und Ergebnisqualität von Kinder- und Jugendpartizipation präziser beschrieben werden kann. Eine faktengestützte Kinderrechtepolitik ist nur auf dieser Basis möglich.
  • Outcomeorientierte Qualitätssicherung: Forschung über Kinderrechte soll sich mit der Frage befassen, wie die Qualität von Schulen, Kindergärten, Heimen und anderen Kinderinstitutionen sowie kommunalen kindlichen Lebensräumen unter Einbeziehung von Kindern definiert und überprüft werden kann.
  • Prozessorientierte Qualitätssicherung: Es ist wichtig, dass sich der Qualitätsbegriff nicht nur an Ergebnissen, sondern auch an Prozessen bemisst. Gefördert werden soll darum Forschung, die sich mit Partizipationsprozessen     auseinandersetzt.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Erwachsene, Eltern und PolitikerInnen müssen davon überzeugt werden, dass Partizipation von Kindern Vorteile mit sich bringt, weil sie das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern verbessert. Eine gute Möglichkeit der Verbreitung von Ergebnissen wäre eine Erweiterung des Audits „familienfreundliche Gemeinde” um die Dimension Kinder- und Jugendpartizipation. Auch eine Erweiterung auf städtische Lebensräume wäre wünschenswert. Für andere Institutionen (Schulen, Kindergärten) sollen ähnliche Konzepte entwickelt werden.
  • Forschungsvermittlung: Ergebnisse von Forschungs- und Evaluationsprozessen müssen so aufbereitet werden, dass sie auch von Nicht-Wissenschaftlern verstanden werden. Insbesondere die Einbeziehung von Kindern in den Forschungsprozess wird sich in dieser Hinsicht positiv auswirken.

Die gesamte Dokumentation der Fachtagung könnt ihr HIER downloaden:

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