Bildungsreise 2014

Jugoslawien, sein Zerfall, Blockfreie Staaten, Tito, Partisanen, das Serbien von heute und noch vieles mehr war Inhalt unserer Bildungsreise nach Belgrad

Mit den Roten Falken auf den Spuren der Geschichte Serbiens

Eine Delegation von 20 Jugendlichen und Erwachsenen der Roten Falken aus Wien und Oberösterreich begab sich von 19. – 21. September auf die Spuren der Geschichte Serbiens nach Belgrad und Novi Sad. Nach einer abenteuerlichen Anreise mit dem serbischen Nachtzug ging es gleich mit einer Bustour durch Belgrad los, bei der ein erster Überblick über die Stadt und ihre Geschichte geboten wurde. Nach einer kurzen Verschnaufpause stand die Besichtigung des Kalemegdan am Programm. Hier lassen sich nicht nur die historische Festung von Belgrad finden, sondern auch eine große Parkanlage mit zahlreichen Statuen und Denkmäler und der Belgrader Zoo. Es ist also das Erholungsgebiet der Belgrader. Der Tag fand seinen Ausklang in einem Spaziergang durch das Böhmische Viertel mit anschließenden authentischen serbischen Abendessen, inklusive viel gegrilltem Fleisch, rohen Zwiebel und dem dort sehr liebgewonnenen Schopska-Salat.

Der erste Tag war ein idealer Einstieg in die Bildungsreise. Ein erster Überblick über die Stadt, aber vor allem ein Einblick in das Lebensgefühl der Belgrader wurde vermittelt. Eines wurde auch schon am ersten Tag klar: Die Geschichte Serbiens und Belgrad ist eine sehr bewegte Geschichte und über weite Stellen auch mit der österreichischen Geschichte verknüpft.

Der zweite Tag war für eine ausgiebige Tour mit unserem Guide Zeljko reserviert. Auf dem Platz der Republik brachte er der Reisegruppe ausführlich die Geschichte Serbiens bis zur Machtübernahme Titos näher. Denn eines muss man immer bedenken, sagte er: „Um das heutige Serbien zu verstehen, muss man die Geschichte Serbiens verstehen.“ Im Anschluss ging es mit dem öffentlichen Bus zu Titos Mausoleum. Das dortige Museum stellt viele von Titos persönlichen Gegenständen und eine Reihe von Geschenken aus. Aber mit der Geschichte und Politik Titos beschäftigt es sich nicht. Darum präsentierte uns Zeljko die Zeit während Titos Herrschaft und seine Politik. Unsere letzte Station sollte das von der Nato zerbombte Verteidigungsministerium sein, das wie ein Mahnmal in der Stadt thront. Zeljkos Tour war nicht nur reich an Informationen, sondern war auch sehr persönlich gefärbt. Wir haben so auch eine Familiengeschichte aus Serbien mitbekommen und ein Gefühl dafür, wie es den Menschen geht und was sie noch heute bewegt. Bevor wir den Abend in einer typischen Belgrader Kneipe inklusive Fleischplatte und Live-Musik verbrachten, konnten wir die Stadt am Nachmittag auf eigene Faust erkunden.

Sonntag war auch schon der letzte Tag unserer Reise. Wir reisten nach Novi Sad und trafen uns mit Nikola und Emina von den Jungen SozialdemokratInnen der Vojvodina. Bei einem Spaziergang durch die Stadt hatten wir die Möglichkeit uns persönlich kennenzulernen und uns über die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse unserer Länder auszutauschen. Nach einem letzten serbischen Abendessen ging es mit dem Zug auch wieder Richtung Heimwärts.

Es war eine sehr interessante Reise nach Belgrad und Novi Sad, die uns die bewegte Geschichte Serbiens näher brachte und uns zeigte, dass das Land immer noch an seiner Vergangenheit zehrt. Doch beide Städte sind wirklich sehenswert und eine Reise wert. Denn wie Zeljko uns sagte: „ Wir brauchen euch. Ihr erzählt daheim wie toll es in Belgrad war.“

Text: Sandra Kapuy

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Bildungsreise Belgrad

 


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