Was hat diese Regierung bloß gegen Kinder?

Kinderfreunde kritisieren Verländerung der Kinder- und Jugendhilfe

Nach Kürzung der Mindestsicherung für Kinder, Deutschklassen und der Indexierung der Familienbeihilfe kommt mit der Verländerung der Kinder- und Jugendhilfe die nächste Verschlechterung für Kinder. „Man muss sich wirklich langsam fragen, was diese Regierung gegen Kinder hat. Die geplante Maßnahme wirft uns im Kinderschutz um Jahrzehnte zurück. Der Bund darf sich nicht aus der Kinder- und Jugendhilfe verabschieden. Kinderschutz ist auch kein Tauschobjekt“, erklärt Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde.

„Wir unterstützen die Kinder- und Jugendanwaltschaften, die sich massiv für eine Harmonisierung und gegen eine Verländerung der Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe aussprechen. Wir raten der Regierung an, auf die ExpertInnen zu hören, die allesamt massive Abstriche beim Kinderschutz befürchten. Das kann doch niemand wollen“, ist sich Oxonitsch sicher.

Die Kinderfreunde befürchten, dass einzelne Länder bei den Kinder- und Jugendanwaltschaften den Sparstift ansetzen werden, wenn die Mindeststandards fallen. „Das wäre aus kinderrechtlicher Sicht ein gewaltiger Rückschritt“, so Oxonitsch. Als größte Gefahr für die Sicherheit von Kindern ist die Abschaffung der Gefährdungsmeldungsverpflichtung einzustufen. „Die Verpflichtung potentielle Gefährdung von Kindern zu melden kam erst durch das Rahmengesetz und trägt wesentlich zur Früherkennung bei. Hier brauchen wir bundesweite Standards“, ist sich Oxonitsch sicher.

„Das bundesweite Kinder- und Jugendhilfegesetz wurde 2013 nach jahrelangem Einsatz aller Kinderschutzorganisationen endlich beschlossen. Es nun, noch vor der anstehenden Evaluierung, einfach wieder außer Kraft zu setzen, gleicht einem Schildbürgerstreich“, schließt Oxonitsch.

Rückfragehinweis:
Österreichische Kinderfreunde
Karin Blum
Pressereferentin
01/5121298-60, 0650/6626620
karin.blum@kinderfreunde.at
www.kinderfreunde.at

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