Flüchtlingskinder fotografieren ihre Lebenswelt

Juni 2003 - Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni wurde ein Projekt der Wiener Kinderfreunde und der Wiener Volkshilfe Flüchtlingsbetreuung auf der Kinderfreunde-Insel beim Donausinselfest präsentiert.

Wien, 11. Juni 2003 - Der Weltflüchtlingstag am 20. Juni steht heuer unter dem Motto “Jugendliche Flüchtlinge - Zukunft gestalten”. Zahlreiche Veranstaltungen rund um diesen Tag sollen einmal mehr die Aufmerksamkeit auf die oft unmenschlichen Lebensbedingungen der - vor allem - minderjährigen Flüchtlinge richten. Die Ergebnisse des Fotoprojekts “Flüchtlingskinder fotografieren ihre Lebenswelt” werden am 20. Juni 2003 um 15 Uhr auf der Kinderfreunde-Insel beim Donauinselfest präsentiert. In den Flüchtlingskindergärten der Wiener Kinderfreunde in der Zinnergasse und in der Engerthstraße sind Tage der offenen Tür geplant: Zahlreiche Aktivitäten für Kinder und ein Grillfest stehen auf dem Programm.

Die Augen öffnen statt hinstarren oder wegschauen
Die Wiener Kinderfreunde haben gemeinsam mit der Volkshilfe ein Projekt realisiert, das ganz besonderer Aufmerksamkeit bedarf: Flüchtlingskinder in Österreich haben mit Digitalkameras ihre Lebenswelt dokumentiert. Alltägliche Situationen mit Freunden oder Familie, im Wohnbereich und in der Schule wurden fotografiert. Die Präsentation der Fotocollagen findet am 20. Juni 2003 um 15 Uhr auf der Kinderfreunde-Insel bei der Brigittenauer Brücke im Rahmen des Donauinselfestes statt.

Solidarität statt Ignoranz
Kinder und Jugendliche sind von Krieg, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen in ganz besonderem Ausmaß betroffen und benötigen auch besondere Betreuung und besonderen Schutz. Jene Kinder, die mit ihren Familien nach Österreich kommen, werden oft zu Aufgaben gezwungen, die nicht ihrem Alter und Entwicklungsstand entsprechen. Sie werden häufig als Übersetzer herangezogen und müssen Behördenwege und Arztbesuche meist alleine erledigen. Das Recht auf “Kind sein” wird ihnen rücksichtslos verwehrt. Besonders schwer für diese Kinder ist die Wohnsituation in Österreich. Ein Zuhause haben bedeutet mehr als nur ein Dach über den Kopf: Freunde einladen oder sich zurückziehen ist in den Lagern und Heimen schier unmöglich.
Nur 40 Euro pro Monat stehen den Eltern für ein Flüchtlingskind zur Verfügung. Mit diesem Betrag müssen Nahrungsmittel, Kleidung, Hygieneartikel, Medikamente und Schulmaterialien bezahlt werden.
Der Weltflüchtlingstag soll nicht nur jährlich an die untragbaren Lebensbedingungen der Flüchtlinge erinnern, sondern auch Bewusstsein schaffen und aufrufen, aktiv mitzuhelfen.

Rückfragen:
Michael Spranger
Volkshilfe Österreich, Flüchtlingsbetreuung
Tel. 0676/ 83 402 25-55

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