Pädagogische Standards für alle Kindergärten

Wien, 04.April 2005-Nach der KES Evaluierung im Jahr 2000 haben die Wiener Kinderfreunde nun verbindliche pädagogische Standards für ihre 132 Kindergärten festgeschrieben.

Die aktuelle OECD Studie über die pädagogische Qualität von Kindergärten anerkennt in ihrem Hintergrundbericht die Wiener Kinderfreunde als trendsetzenden Kindergartenbetreiber:

Bereits im Jahr 2000 haben sie ihre Einrichtungen von der Freien Uni Berlin und dem Charlotte Bühler Institut Wien nach der internationalen Kindergarteneinschätzskala (KES) überprüfen lassen. Das im internationalen Vergleich überdurchschnittlich gute Ergebnis hat dem größten privaten Kindergartenbetreiber Wiens nicht genügt. Die Ausbildung der Kindergartenleiterinnen zur laufenden Selbstbeurteilung nach der KES war der nächstfolgende Schritt. Nun haben die Kinderfreunde in einem 30 Seiten starken Kompendium verbindliche Standards für die pädagogische Betreuung ihrer rund 10.000 Schützlinge festgeschrieben.

Verbindliche Standards

Rund 1.100 MitarbeiterInnen in 132 Kindergärten der Wiener Kinderfreunde erhielten in den letzten Monaten diese Standards, die in den meisten Kinderfreundekindergärten bereits erfüllt sind und jetzt auch als verbindliche Grundlage vorliegen. Sie wurden in Anlehnung an die KES erarbeitet und umfassen von der Gestaltung einer besonderen Atmosphäre über Eingewöhnung, Begrüßungs- und Abschiedsrituale bis zu Themen wie Naturerfahrungen und Sachwissen oder mathematisches Verständnis und Toleranz alle Bereiche der täglichen Kinderbetreuung.
Weitere Themen betreffen etwa Grundhaltungen und grundlegende pädagogische Orientierungen, Raumgestaltung, Spiel- und Fördermaterial, Gesundheitsvorsorge, Strukturierung der pädagogischen Arbeit, Kooperation mit den Eltern, schriftliche pädagogische Planung und Reflexion sowie Rückzugsmöglichkeiten, Gesprächsstil und Interaktion, altersadäquate Anregungen zur Kommunikation, künstlerisches Gestalten oder Akzeptanz von Verschiedenartigkeit und Individualität. Insgesamt werden 34 Punkte angesprochen, die in die tägliche Arbeit mit den Kindern einfließen.

Bildung beginnt im Kindergarten

„Unsere pädagogischen Standards gewährleisten unter anderem, dass Bildung im Kindergarten auf einem gleichmäßig hohem Niveau stattfinden kann“, beschreibt Christian Morawek, der Geschäftsführer der Wiener Kinderfreunde, die Verbindung zur aktuellen Bildungsdiskussion. „Wir haben den Kindergarten schon immer als erste Bildungseinrichtung verstanden, arbeiten entsprechend am pädagogischen Niveau und fordern diese Anerkennung auch von der Bundesregierung. Im Kindergarten erlernen Kinder Sprach- und soziale Kompetenz, werden in ihrer manuellen, kreativen und intellektuellen Entwicklung individuell begleitet und gefördert“, so Morawek. Die Wissensvermittlung erfolgt dort laut Gehirnforschung und psychologischen Erkenntnissen effizienter und kindgerechter als in allen nachfolgenden Bildungsstufen, die das österreichische Regelschulsystem kennt.

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