Familien-Abschiebungen widersprechen UN-Kinderrechtekonvention

Offener Brief

An den Bundesminister für Inneres
Günther Platter
Postfach 100
A-1014 Wien
Wien, am 1. Oktober 2007

Sehr geehrter Herr Bundesminister!
Als Interessensvertretung für Kinder und Familien, wenden wir uns bezüglich der Abschiebung der Familie Zogaj und ähnlicher Fälle an Sie:

Vater und drei Kinder (die jüngsten 7 und 8 Jahre) wurden überfallsartig aufgesucht (Erinnerungen an ein dunkles Kapitel unserer Geschichte werden wach) und in ein Land abgeschoben, das nicht mehr ihre Heimat ist. Kinder, die den Großteil ihres Lebens in Österreich gelebt haben, einem Land das 1992 die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet hat, werden entgegen jeder Humanität aus ihrem Heim gerissen und in eine ungewisse Zukunft verfrachtet. Mutter und Schwester bleiben zurück – zutiefst verzweifelt, die 15-Jährige bereit, auf ein weiteres Leben zu verzichten, da sie im Kosovo keine Heimat, keine Perspektive hat.

Wir können als Familienorganisation, die u.a. in der Betreuung von Kindern und Beratung von Eltern tätig ist, gut einschätzen, wie schrecklich diese Vorgangsweise in den Seelen dieser Menschen wütet – und bei den Kindern – ein Leben lang wüten wird.

Wir fragen Sie daher, Herr Bundesminister: Wie lange wollen Sie noch die UN-Kinderrechtskonvention ignorieren und gegen sie verstoßen?

Die Wiener Kinderfreunde fordern Sie auf, die Abschiebung der Familie Zogaj unverzüglich rückgängig zu machen, der – gut integrierten Familie – den weiteren Aufenthalt in Österreich ohne rechtliche Barrieren und Tücken zu ermöglichen.

Weiters appellieren die Wiener Kinderfreunde an die Bundesregierung, das bestehende Asylgesetz zu überarbeiten, und insbesondere auch der UN-Kinderrechtskonvention voll Rechnung zu tragen sowie diese in den Verfassungsrang zu heben.

Mit besten Grüßen

f.d. Wiener Kinderfreunde

Erni Graßberger, Vorsitzende
KR Erik Hanke, Ehrenobmann

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