Gesetz gegen Kinderbettelei

Wiener Kinderfreunde begrüßen das gesetzliche Verbot der Ausbeutung von Kindern durch Kinderbettelei und dessen Koppelung an ein Sozialpaket zum Schutz der Kinder.

Wien, April 2008

Betteln mit Kindern verstößt massiv gegen die UN-Kinderrechtskonvention, die in Österreich leider immer noch nicht im Verfassungsrang steht - obwohl dies Teil des Koalitionsabkommens ist.

Kein Kind sitzt freiwillig bei Kälte, Hitze, Regen stundenlang auf der Straße oder in U-Bahnstationen. Es handelt sich dabei immer um Ausbeutung und seelische sowie körperliche Misshandlung der Kinder. Manchmal durch deren Eltern, sehr oft auch durch Fremde, an die die Kinder oft „verliehen“ werden. Die Kinder sind meist in einem sehr bedenklichen seelischen und körperlichen Zustand, wenn sie aufgegriffen werden.

Die international ausgezeichnete Wiener best practise-Einrichtung „Drehscheibe“ gewährleistet den sofortigen Schutz der Kinder, deren sozialpädagogische Betreuung und die Information der Eltern, so diese bekannt und verfügbar sind. Wurden die Kinder von ihnen Fremden bzw. anderen Erwachsenen als den eigenen Eltern zum Betteln gezwungen, wird die Identität der Kinder in Zusammenarbeit mit Botschaften ermittelt und die Kinder innerhalb von 48 Stunden von SozialarbeiterInnen ihres Heimatlandes abgeholt und zu den richtigen Eltern oder in Krisenzentren gebracht. Viele dieser Krisenzentren wurden nach dem Vorbild der „Drehscheibe“ konzipiert und eingerichtet und die SozialarbeiterInnen von Wiener SozialpädagogInnen geschult.

Nach der Rückführung erhält die Drehscheibe noch 6 Monate lang Bericht über die Situation der Kinder.

Durch das Verbot der Kinderbettelei gibt es nun eine gesetzliche Handhabe, die es ermöglicht, die Kinder in die Obhut der „Drehscheibe“ zu übergeben und in Folge – unter Beobachtung ihres weiteren Wohlergehend – zu ihren Eltern in ihrer Heimat zurückzuführen.

Wünschenswert wäre eine viel stärkere Bekanntmachung der „Drehscheibe“ und ihrer Arbeit in der Wiener Öffentlichkeit. Die Wiener Kinderfreunde werden dabei im Rahmen ihrer Einrichtungen und Medien sehr gerne mithelfen.

Rückfragen zu diesem Text richten Sie bitte an:

Michaela Müller-Wenzel, Wiener Kinderfreunde Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 01/401 25-55 ,
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