Foto des "Anerkennungsbaums für MigrantInnen" auf der Wiener Ringstraße

2008: Integration in Wels

Ein Sozialbericht über Menschen mit Migrationshintergrund

Diese Studie wurde im Auftrag der Stadt Wels erstellt. Grundlage der Studie sind 30-minütige Interviews von insgesamt 641 WelserInnen, von denen 303 einen Migrationshintergrund haben. Zur Definition: Menschen mit Migrationshintergrund sind entweder BewohnerInnen von Wels mit ausländischer Staatsbürgerschaft oder solche, denen bereits die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen wurde, oder die 2. Generation von MigrantInnen, also deren Kinder. Die Interviews wurden teilweise auch in türkischer und serbokroatischer Sprache geführt.

Die Hauptergebnisse der Studie sind:
(1) In der Welser Bevölkerung gibt es einen sehr hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Er liegt bei den über 15-Jährigen bei rund 30 %. 16 % der Welser BürgerInnen haben eine ausländische Staatsbürgerschaft. In den Neunzigerjahren gab es einen signifikanten Anstieg, seither ist diese Zahl im wesentlichen unverändert. Allein die Größe dieses Anteils und die grundlegende soziostrukturelle Besonderheit dieser Menschen rechtfertigen es, von einer eigenständigen sozialen Gruppe zu sprechen.

(2) Für Menschen mit Migrationshintergrund existieren in vielen Bereichen der Gesellschaft starke Zugangsbarrieren, sodass es zu beträchtlichen Schieflagen kommt, und zwar am Arbeitsmarkt, im Bildungssystem und am Wohnungsmarkt. Eine Verfestigung dieser Situation wird über kurz oder lang zu einer gesellschaftlichen Polarisierung führen, und zwar auf sozialer wie auf kultureller Ebene.

(3) Menschen mit Migrationshintergrund sind gegenüber unserer Gesellschaft in der Regel offen – sie wollen in die Gemeinschaft aufgenommen werden, sie wollen sich integrieren, stoßen aber dabei häufig auf Ablehnung.

Um die Situation zu verbessern muss vor allem bei der Bildung angesetzt werden, etwa mit Deutschkursen für Erwachsene oder mit Zusatzqualifikationen für LehrerInnen. Weiters soll die Konzentration von Menschen mit Migrationshintergrund in einigen wenigen Stadtteilen vermieden werden. Gebietsbetreuer könnten als Brückenbauer zwischen MigrantInnen und der einheimischen Bevölkerung dienen, auch die Einrichtung eigener Integrationszentren wird den Integrationsprozess unterstützen. Nicht zuletzt ist es wichtig, Vermittler aus der 2. Generation von MigrantInnen oder aus dem Kreis der Eingebürgerten für den öffentlich-kommunalen Bereich und für die Mitarbeit in Kindergärten und Schulen zu gewinnen.

Die Studie zum Download (pdf 289 KB)
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