Gefüllter Sitzungssaal bei der BMWFJ-Studientagung

Erfolgreiche BMWFJ – Tagung "Interkulturelle Elternbildung"

Ziel dieser Fachtagung für ElternbildnerInnen aus ganz Österreich war es, über wesentliche Entwicklung im Migrationsbereich und im Bereich Mehrsprachigkeit  zu informieren und zu durch vorstellen von praktischen Modellen und Konzepten zu motivieren, Eltern mit Migrationshintergrund mehr als bisher in den Blick zu nehmen.

BMWFJ Studientagung Elternbildung

Die Kinderfreunde (Günther Leeb und Andrea Rohrauer) hatten der Kommission für Elternbildungslehrgänge am BMWFJ das Thema dieser Tagung vorgeschlagen und wirkten intensiv an der Auswahl der ReferentInnen und der Workshops mit.


Die Tagung, schwungvoll moderiert vom bekannten ORF-Moderator Lakis Jordanopoulus (Heimat Fremde Heimat), begann mit einer Stimmungseinschätzung zu verschiedenen relevanten Fragen und wurde mit einer ausführlichen Einführung in die Migrationsgeschichte fortgesetzt. Bernhard Perchinig, einer der renommiertesten österreichischen Migrationsforscher verdeutlichte, dass Österreich als Mitglied der EU immer weniger Migration selbst steuern kann (nämlich nur ca. 15 %) und andererseits politisch motiviert mit immer strengeren Regelungen bei der Zuwanderung von Drittstaatsangehörigen reagiert.


„Deutsch vor Zuzug“ und strengere Regelungen im neuen Fremdenpolizeigesetzentwurf bezüglich der Fristen des Deutschspracherwerbs und der Verdienstgrößen, um überhaupt eine Dauerhaufenthaltsgenehmigung in Österreich erwerben zu können, zeugen von dieser Entwicklung.


Univ. Prof. Dr. Inci Dirim, die seit einem Jahr eine Professur am Institut für Germanistik der Uni Wien besetzt, wies in ihren Ausführungen nach, dass die oft als Halbsprachlichkeit abgewerteten Sprachkompetenzen von Jugendlichen mit anderer Erstsprache hoch funktional in ihrem je eigenem sozialen Umfeld sind. Hier kommt es zu Phänomenen, die eigentlich von der Kreativität im Umgang mit mehreren Sprachen zeugen.


Auch die weithin verbreitete These für den Spracherwerb, zuerst müsse die Muttersprache möglichst gut erlernt werden, um dann mit einer Zweitsprache entsprechend aufsetzen zu können, erweist sich in der Praxis für nicht adäquat, weil die meisten Kinder eben sehr viel früher mit einer zweiten Sprache konfrontiert sind und mit den verschiedenen Sprachen in ihrem Umfeld umgehen müssen.


An Präsentationtischen informierten am Abend verschiedene Träger über ihrer Aktivitäten. Auch die Kinderfreunde stellten dabei ihre Bemühungen um interkulturelle Elternbildung in verschiedenen Projekten in mehreren Bundesländern dar.

110401 BMWFJ Studientagung - KF Infostand

Am Morgen des zweiten Tages referierte Prof. Dr. Helga Marburger vom Institut für Erziehungswissenschaften der technischen Uni Berlin über Methoden, Ziele und Inhalte von Elternbildung für kulturelle homogene Zielgruppen, die in einem wissenschaftlichen Projekt ermittelt wurden.


In 5 Workshops konnten die TeilnehmerInnen dann verschiedene Modelle und praktische Ansätze kennen lernen. Die Kinderfreunde erläuterten anhand des Interkulturellen Kinder- Jugend und Familienzentrum friends (Günther Leeb), der interkulturellen Elternbildung der Wiener Kinderfreunde (Sigi Spenger) und dem bei den OÖ Kinderfreunden laufenden Familienbildungsmodell „FuN“ (Gerhard Heim) anschaulich, wie diese Zielgruppen gewonnen werden können und welche Erfahrungen bisher in der Arbeit gemacht wurden.


Die Kinderfreunde waren bei dieser Tagung mit VertreterInnen aus Wien (9), OÖ (2), Stmk (1) und Salzburg (1) vertreten. Damit zählten wir zu den größeren Gruppen dieser mit etwa 70 ElternbilderInnen und 20 MitarbeiterInnen verschiedener Einrichtungen besuchten Tagung der BMWFJ.


Tagungsunterlagen: www.eltern-bildung.at oder henriette.wallisch@bmwfj.gv.at

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