Ergebnisse der Familienbefragung

Hier finden Sie die Ergebnisse der Familienbefragung, die im Juli 2019 im Auftrag der Österreichischen Kinderfreunde von IFES durchgeführt wurde:

Die Ergebnisse aus dem Bereich Bildung
Die Ergebnisse aus dem Bereich Arbeitswelt

Hier die Pressetexte

Eltern und Arbeitswelt: 84% der Eltern für 6. Urlaubswoche

Große Kinderfreunde-Elternbefragung zeigt Wunsch der Familien nach mehr Zeit
Wien (OTS) -
510 Eltern befragt

Über die Sommermonate wurde das Forschungsinstitut IFES von den Österreichischen Kinderfreuden mit einer großen Elternumfrage betraut. Dabei wurden 510 Eltern in ganz Österreich zu vielfältigen kinder- und familienpolitischen Forderungen und Ideen der Kinderfreunde befragt. Nachdem letzte Woche bereits die Ergebnisse aus dem Bildungsbereich präsentiert wurden folgten heute die Ergebnisse aus dem Arbeitszeitbereich.

Im Konkreten wurden die Eltern nach ihrer Zustimmung zu folgenden Maßnahmen gefragt:

  • Mehr Pflegefreistellungen für Eltern (87% Zustimmung)
  • 6. Urlaubswoche für Eltern (84% Zustimmung)
  • 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich (70% Zustimmung)
  • Rechtsanspruch auf die 4-Tage-Woche (68% Zustimmung)
Massive Zustimmung für mehr Familienzeit

All diese Maßnahmen erhielten von den befragten Eltern sehr hohe Zustimmung – bis zu 87% der befragten Eltern sind beispielsweise für mehr Pflegefreistellungen und 84% sprechen sich für die 6. Urlaubswoche aus.

Für Dr.in Eva Zeglovits, Geschäftsführerin des IFES und Leiterin der Studie, zeigt sich, dass alle Forderungen, die den Familien mehr gemeinsame Zeit bringen, auf außergewöhnlich hohe Zustimmung stoßen. „Die Studie zeigt klar, dass Eltern sich eine kinder- und familienfreundlichere Arbeitswelt wünschen. Besonders AlleinerzieherInnen, für die Beruf und Kinderbetreuung noch schwerer unter einen Hut zu bringen ist, wünschen sich bessere Vereinbarkeit und mehr Zeit mit ihren Kindern. Hier liegt beispielsweise die Zustimmung zur 6. Urlaubswoche bei 90%“, erklärt Zeglovits.

Kinderrecht auf Familie

„Es ist nicht nur so, dass sich Eltern mehr Zeit mit und für ihre Kinder wünschen, sondern es gibt auch das Kinderrecht auf Familienzeit“, erklärt Daniela Gruber-Pruner, Kinderrechteexpertin und Kinderfreunde-Spitzenkandidatin zur Nationalratswahl. „Wichtig ist uns, dass nicht nur genügend Zeit für die Familien zur Verfügung steht, sondern, dass Familien auch die Möglichkeit haben, diese qualitätsvoll zu nutzen. Das heißt, dass Eltern sich in der knappen gemeinsamen Familienzeit nach den Bedürfnissen der Kinder orientieren können und sich nicht etwa um Hausübungen und schulische Verpflichtungen kümmern müssen.“, so Gruber-Pruner. „Ganz grundsätzlich würden Kinder sehr davon profitieren, wenn aus der Arbeitswelt der Erwachsenen Druck genommen wird“.

Arbeitsdruck trifft Frauen

„Schlechte Arbeitsbedingungen und schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung gehen immer zu Lasten der Frauen. In der Regel sind es Frauen, die Pflege organisieren müssen, es sind Frauen, die nach der Karenz nur mehr Teilzeit arbeiten gehen können und es sind Frauen, die ihren Urlaub für Schuleinschreibung und Kindergartenschließtage verbrauchen.“, erklärt Korinna Schumann, Vorsitzende der FSG Wien Frauen. „Mehr Recht auf Freizeit für die ArbeitnehmerInnen ist also nicht nur aus sozialpolitischer und familienpolitischer Sicht, sondern auch aus frauenpolitischer Sicht sehr zu begrüßen“.

Nächste Regierung ist gefordert

„Die türkis-blaue Bundesregierung hat nicht nur nichts getan, um Druck aus dem Familien- und Arbeitsleben zu nehmen, sondern hat die Situation für Eltern noch zusätzlich verschärft. Die Einführung des 12-Stunden-Tags und der 60-Stunden-Woche bedeutet für viele Familien, zum einen, dass es keine funktionierende Kinderbetreuung mehr gibt, zum anderen, dass sie schlicht und einfach viel zu wenig Zeit füreinander haben.“, beschreibt Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde die Situation. „Es ist eigentlich ganz einfach: Wir wollen ein Wirtschaftssystem, das den Menschen dient und nicht umgekehrt.“



Kinderfreunde: Familien wollen beste Bildung

Kinderfreunde und IFES präsentieren Ergebnisse aus Familienbefragung
Wien (OTS) - Ergebnisse zeigen politischen Handlungsbedarf
510 Eltern befragt

Über die Sommermonate wurde das Forschungsinstitut IFES von den Österreichischen Kinderfreuden mit einer großen Elternumfrage betraut. Dabei wurden 510 Eltern in ganz Österreich zu vielfältigen kinder- und familienpolitischen Forderungen und Ideen der Kinderfreunde befragt. Die Ergebnisse der im Bildungsbereich wurden heute in einer Pressekonferenz präsentiert.

Im Konkreten wurden die Eltern zu folgenden Maßnahmen gefragt:

  • Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen
  • kostenfreier Kindergarten
  • Chancenindex für Schulen
  • kostenfreies Essen in Schulen und Kindergärten
  • Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag
  • kostenfreie Ganztagsschule
Die Ergebnisse zeigen politischen Handlungsbedarf

Alle Maßnahmen wurden von den befragten Eltern mit sehr großen Mehrheiten von bis zu knapp 90% befürwortet. Für Dr.in Eva Zeglovits, Geschäftsführerin des IFES und Leiterin der Studie, zeigt sich auch klar, dass diese Maßnahmen vor allem für die Gruppen der GeringverdienerInnen, AlleinerzieherInnen und Vollzeitberufstätigen besonders wichtig sind. „Die hohe Zustimmung dieser Gruppen zeigt, dass sie besonders oft auf Hürden bei der Kinderbetreuung stoßen und die geforderten Maßnahmen vor allem für sie von hoher Wichtigkeit sind“, so die Studienleiterin.

88% für Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtung

Die Kinderfreunde-Spitzenkandidatin zur Nationalratswahl und Bundesrätin Daniela Gruber-Pruner betont, dass der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen für alle Eltern wichtig ist, denn der Kindergarten sei die erste Bildungseinrichtung, die Kinder besuchen.

„Wer Zugang zu einem qualitätsvollen Kinderbetreuungsplatz hat, hat im weiteren Bildungsverlauf einen Startvorteil. Deshalb braucht es österreichweit den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und zwar mit Öffnungszeiten, die dem Alltag berufstätiger Eltern entgegenkommen“, fordert Gruber-Pruner. Um den Kindergartenbesuch für alle Kinder zu ermöglichen braucht es außerdem eine tatsächliche Kostenfreiheit – also einen Kindergarten ohne versteckte Kosten wie Bastelbeiträge oder Ausflugsgeld – und eine Aufwertung des Berufs der KindergartenpädagogInnen, um den Mangel an diesen entgegenzuwirken und auch die Qualität der Bildung zu steigern. „Die Rahmenbedingungen in diesem Job sind nicht optimal, die Bezahlung muss bundesweit an das Gehalt der LehrerInnen angepasst werden, die Gruppengrößen müssen in ganz Österreich einheitlich klein sein. Es braucht endlich ein Bundesrahmengesetz, um qualitätsvolle Bildung im Kindergarten zu gewährleisten“ sagt Daniela Gruber-Pruner. Nur so würde auch der geforderte Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz von den Eltern angenommen werden.

65% für kostenfreie Ganztagsschule

Eine weitere Forderung ist die Einführung eines Chancenindexes, der gewährleistet, dass Schulen mit Kindern mit höherem Förderbedarf auch entsprechend mehr Budget erhalten, um diesem Förderbedarf gerecht zu werden. „ Die letzte Regierung hat leider genau das Gegenteil gemacht, und z.B. bei SchulsozialarbeiterInnen gekürzt, statt Schulen mit Förderbedarf gezielt zu unterstützen. Das ist aus unserer Sicht aber der falsche Weg“ sagt Christian Oxonitsch, Vorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde. Auch die Forderungen nach einer kostenlosen Ganztagsschule und einem kostenfreien Mittagessen in allen Bildungseinrichtungen werden von den befragten Eltern unterstützt. Damit sollen bestehende Hürden und Ungleichheiten im Bildungssystem beseitigt werden, um allen Kindern gleiche Chancen und Bildungskarrieren zu ermöglichen.

Sprachrohr für Familien

„Die Befragung zeigt deutlich, dass teilweise langjährige Forderungen von uns Kinderfreunden bei den Eltern breite Unterstützung finden. Für uns bedeutet das, dass wir weiter dran bleiben und als Sprachrohr für Familien eben diese Forderungen an die Politik stellen müssen, damit die Bildung von Kindern nicht mehr vom Kontostand ihrer Eltern abhängig ist, sondern die beste Bildung für alle Kinder ermöglicht wird“, so Christian Oxonitsch abschließend.

Rückfragen & Kontakt:
Österreichische Kinderfreunde
Karin Blum
Pressereferentin
Tel.: 01/5121298-60, 0650/6626620
karin.blum@kinderfreunde.at
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