Kinder reden an einem Tisch miteinander

Bildung aus Kindersicht

Spielzeug  im Abgeordnetensprechzimmer? Turnende Kinder in der Säulenhalle? Das ist ja fast so, als würde man auf die verrückte Idee kommen, zu Bildungsfragen jene zu befragen, die jeden Tag in den Klassen sitzen und von den Reformen im Bildungssystem am meisten betroffen sind. Genau das haben wir nämlich gemacht.

In der vierteiligen Veranstaltungsreihe „Kinder Denken Bildung“ wurden die Ergebnisse von eigens abgehaltenen Workshops in Kindergärten, Schulklassen und Kinder- und Jugendgruppen vorgestellt und gemeinsam von Kindern und Expert/innen diskutiert. Die Fragen orientierten sich dabei an den Räumen („Wo lerne ich am liebsten?“), Beziehungen („Mit wem lerne ich am liebsten?“), Inhalten („Was lerne ich am liebsten?“) und Struktur („Wie lerne ich am liebsten?“) von Bildung.

Den Höhepunkt stellte eine Abschlussveranstaltung im Parlament mit dem Titel „Bildung aus Kindersicht“ dar, diese wurde gemeinsam von Kinderfreunden und dem SPÖ-Parlamentsklub organisiert – und brachte mehr Leben ins Parlament, als es viele andere Veranstaltungen tun, wie SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder in seinen Eröffnungsworten treffend festhielt. Untypisch war an der Veranstaltung so einiges: Zu den knapp 100 interessierten Erwachsenen Teilnehmer/innen kamen auch einige Kinder und Jugendliche, die die Ergebnisse aus ihren Workshops selbst vorstellten. Und so konnten die Erwachsenen, darunter niemand geringerer als Bildungsministerin Gabriele Heinisch Hosek, erfahren, dass manche Kinder gerne im Bett lernen und man sehr viele wichtige Dinge von großen (und auch kleinen) Geschwistern lernen kann. Die Nationalratsabgeordneten Philip Kucher, Katharina Kucharowits, Elisabeth Grossmann und Elmar Mayer waren als Pat/innen von einzelnen Kindergruppen schon zuvor in die Diskussionsveranstaltungen involviert und begleiteten auch im Parlament die Präsentationen der Ergebnisse durch die Kinder. Dies fand im Rahmen eines „World-Café“ statt, in jeder Ecke gab es einen Tisch zu einem Thema, die Teilnehmer/innen wechselten in regelmäßigen Abständen von Tisch zu Tisch und kamen so zu jedem Thema ins Gespräch. Durch das Programm der Enquete führte nicht nur die Moderatorin Sonja Kato, sondern auch die 15-jährige Hannah Czernohorszky von den Roten Falken Penzing.

Und so turnten die Kinder durch’s Parlament, zeigten den Erwachsenen Teilnehmer/innen und Abgeordneten, wie sie sich ihre Schule vorstellen und machten aus dem Parlament zumindest für einen Abend ein Haus voller Spiel, Spaß und kreativer Ideen. Die Enquete ist zwar der Abschluss der Bildungsreihe und das vorläufige Ende dieses Projekts, aber die Idee von aktiver Kinderbeteiligung in Dingen, die sie betreffen, gehört bei den Kinderfreunden zur Normalität. Dass sie nun auch im Parlament der Republik Österreich angekommen ist, gibt Grund zur Hoffnung, dass auch in Zukunft nicht immer nur über die Kinder und ihre Bedürfnisse gesprochen wird, sondern auch öfter mal direkt mit ihnen gesprochen wird.

Druckansicht

Bildung aus Kindersicht

Das war die Abschlussveranstaltung der Bildungsreihe "Kinder denken Bildung" im Parlament:

 

Österreichische Kinderfreunde - Bundesorganisation
Rauhensteingasse 5/5 · 1010 Wien

Tel.: 01/512 12 98
Fax: 01/512 12 98 DW 62