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Kinder denken Bildung

Eine Bildungsreihe aus Kinderperspektive.

In der laufenden Bildungsdebatte um Elementarpädagogik, Schule und tertiärer Bildung wird der eigentlichen Zielgruppe aller bildungspolitischen Anstrengungen, den Kindern und Jugendlichen, kaum die Möglichkeit geboten, ihre Sichtweise und Perspektiven einzubringen. Die Kinderfreunde und das Institut für Kinderrechte und Elternbildung organisieren deshalb Workshops mit Kindern und Jugendlichen aller Altersgruppen zu verschiedenen Themen. ExpertInnen und Interessierte setzen sich in Diskussionsrunden mit den Vorschlägen der Kinder und Jugendlichen auseinander. Der Prozess mündete in eine Abschlussveranstaltung im Parlament (siehe Bildung aus Kindersicht), in der EntscheidungsträgerInnen mit den Ergebnissen konfrontiert wurden.

TEIL 1 - „Wo lerne ich am liebsten?“ (Pädagogik und Räume/Architektur)
7. Mai 2015, 17:00-19:00
Zum Auftakt ließen wir die Kinder über Räume nachdenken, in denen
sie lernen möchten und sich wohlfühlen. Daneben werden innovative
Schulbauprojekte vorgestellt und deren Funktionalität besprochen.
Mit
Architekt Franz Ryznar,
Dipl. Päd. Astrid Pany, MA (Direktorin Campus Donaufeld)
Sektionschef Kurt Nekula (BMBF) und
Lernenden der GTVS Kirschenallee Viktor-Wittner-Gasse 50 und des Kindergartens Ziegelhofstraße

   

TEIL 2 - „Wie lerne ich am liebsten?“ (Pädagogik und Strukturen)
11. Juni 2015, 19:00-21:00
Diesmal dachten die Kinder gemeinsam mit uns darüber nach, in welcher
Struktur sie lernen möchten: Wie sollten Lerneinheiten zeitlich angeordnet
werden? Was soll vormittags, was nachmittags passieren? Wie sollen
Gegenstände, Themen-Blöcke, Wochenpläne oder Ganzjahresprojekts vorkommen?
Mit
Heidi Schrodt, Verein Grenzenlos Bildung;
Karl Dwulit, Dachverband der Elternvereine;
Michaela Schüchner, Sonderpädagogin;
Nationalrätin Katharina Kucharowits, Kinder- Jugendsprecherin im Parlament

TEIL 3 - „Was lerne ich am liebsten?“ (Pädagogik und Inhalte)
8. Oktober 2015, 17:00-19:00
Nun überlegten die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit uns
WAS sie lernen möchten und WIEVIEL davon. Wie sehr eigenverantwortlich
soll dieses Lernen organisiert sein? Wie können Kinder selbst bestimmen, was
sie lernen möchten? Wie sollen Themen, Gegenstände und Projekte ineinandergreifen?…
oder soll das überhaupt alles ganz anders funktionieren?
Mit Nationalrat Elmar Mayer, SPÖ
Mag. Daniela Gruber-Pruner, Bundesrätin
und Jugendlichen der Roten Falken Penzing;

TEIL 4 - „Mit und von wem lerne ich am liebsten?“ (Pädagogik und Beziehungen)
12. November 2015, 17-19:00
Abschließend erarbeiteten die Kinder und Jugendlichen gemeinsam,
MIT UND VON WEM sie lernen möchten! Welche Personen – außer den PädagogInnen –
sollen/dürfen in der Schule/im Kindergarten Inhalte vermitteln? Wie soll Lernen von und mit
ExpertInnen und Vertrauenspersonen (MentorInnen, etc.) organisiert sein? Wie können Kinder selbst bestimmen, von und mit wem sie lernen möchten? Wie sollen Themen, Gegenstände und Projekte ineinandergreifen?… oder soll das überhaupt alles ganz anders funktionieren?
Mit
Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek,
Univ. Prof.in Dr.in Ilse Schrittesser, Universität Wien, Institut für LehrerInnenbildung
Daniel Landau, Bildungsexperte, Initiative jedesK!nd
Daniela Gruber-Pruner, Österreichische Kinderfreunde
und Jugendliche, die an den Workshops teilgenommen haben.

Beteiligte Kinder-Gruppen – DANKE AN …
•    1 LC  der Ganztagsvolksschule Kirschenallee, 1220
•    Kinderfreunde-Kindergarten Ziegelhofstraße, 1220
•    Kinderfreunde-Kindergarten Esslinger Hauptstr., 1220
•    Kinderfreunde-Kindergarten Seestadt, 1220
•    „Mädchenzimmer“, Familienzentrum friends, Kinderfreunde Leopoldstadt 1020
•    1c  der Praxismittelschule Ettenreichgasse, 1100
•    Rote Falken Penzing, 1140
•    M4 der Ganztagsvolksschule Landstraßer Hauptstr., 1030

Abschlussevent im Parlament

Spielzeug  im Abgeordnetensprechzimmer? Turnende Kinder in der Säulenhalle? Das ist ja fast so, als würde man auf die verrückte Idee kommen, zu Bildungsfragen jene zu befragen, die jeden Tag in den Klassen sitzen und von den Reformen im Bildungssystem am meisten betroffen sind. Genau das haben wir nämlich gemacht.

In der vierteiligen Veranstaltungsreihe „Kinder Denken Bildung“ wurden die Ergebnisse von eigens abgehaltenen Workshops in Kindergärten, Schulklassen und Kinder- und Jugendgruppen vorgestellt und gemeinsam von Kindern und Expert/innen diskutiert. Die Fragen orientierten sich dabei an den Räumen („Wo lerne ich am liebsten?“), Beziehungen („Mit wem lerne ich am liebsten?“), Inhalten („Was lerne ich am liebsten?“) und Struktur („Wie lerne ich am liebsten?“) von Bildung.

Den Höhepunkt stellte eine Abschlussveranstaltung im Parlament mit dem Titel „Bildung aus Kindersicht“ dar, diese wurde gemeinsam von Kinderfreunden und dem SPÖ-Parlamentsklub organisiert – und brachte mehr Leben ins Parlament, als es viele andere Veranstaltungen tun, wie SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder in seinen Eröffnungsworten treffend festhielt. Untypisch war an der Veranstaltung so einiges: Zu den knapp 100 interessierten Erwachsenen Teilnehmer/innen kamen auch einige Kinder und Jugendliche, die die Ergebnisse aus ihren Workshops selbst vorstellten. Und so konnten die Erwachsenen, darunter niemand geringerer als Bildungsministerin Gabriele Heinisch Hosek, erfahren, dass manche Kinder gerne im Bett lernen und man sehr viele wichtige Dinge von großen (und auch kleinen) Geschwistern lernen kann. Die Nationalratsabgeordneten Philip Kucher, Katharina Kucharowits, Elisabeth Grossmann und Elmar Mayer waren als Pat/innen von einzelnen Kindergruppen schon zuvor in die Diskussionsveranstaltungen involviert und begleiteten auch im Parlament die Präsentationen der Ergebnisse durch die Kinder. Dies fand im Rahmen eines „World-Café“ statt, in jeder Ecke gab es einen Tisch zu einem Thema, die Teilnehmer/innen wechselten in regelmäßigen Abständen von Tisch zu Tisch und kamen so zu jedem Thema ins Gespräch. Durch das Programm der Enquete führte nicht nur die Moderatorin Sonja Kato, sondern auch die 15-jährige Hannah Czernohorszky von den Roten Falken Penzing.

Und so turnten die Kinder durch’s Parlament, zeigten den Erwachsenen Teilnehmer/innen und Abgeordneten, wie sie sich ihre Schule vorstellen und machten aus dem Parlament zumindest für einen Abend ein Haus voller Spiel, Spaß und kreativer Ideen. Die Enquete ist zwar der Abschluss der Bildungsreihe und das vorläufige Ende dieses Projekts, aber die Idee von aktiver Kinderbeteiligung in Dingen, die sie betreffen, gehört bei den Kinderfreunden zur Normalität. Dass sie nun auch im Parlament der Republik Österreich angekommen ist, gibt Grund zur Hoffnung, dass auch in Zukunft nicht immer nur über die Kinder und ihre Bedürfnisse gesprochen wird, sondern auch öfter mal direkt mit ihnen gesprochen wird.

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Bildung aus Kindersicht

Das war die Abschlussveranstaltung der Bildungsreihe "Kinder denken Bildung" im Parlament:

 

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