Vorderseite des Kampagnenpickerls

Vorurteile abbauen!

Die neue Kampagne der Roten Falken

Vorurteile sind ständige Begleiter unseres Lebens. Wir wachsen mit ihnen auf, sie beeinflussen unser Denken und strukturieren es. Kein Mensch ist frei von Vorurteilen, egal ob positiver oder negativer Art und in einer gewissen Weise sind sie für uns „lebenswichtig“. Vorurteile dienen der Orientierung und helfen uns in der Beurteilung von Situationen. Mit der Angst vor Neuem oder Ungewohnten können wir dadurch besser umgehen.

Obwohl Vorurteile in unserem Leben also ständig präsent sind, denken wir nur selten darüber nach, was es damit auf sich hat bzw. wie sehr man durch Vorurteile andere Personen und Gruppen „in ein Kastel steckt“. Auch würden Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus nicht funktionieren, wenn nicht bestimmt vorgefertigte Meinungen - in der Regel in Form von negativen Vorurteilen – über eine gesellschaftliche oder ethnische Gruppe vorherrschen würde.

Medien, denen wir täglich ausgesetzt sind, bedienen sich gerne immer wieder dieser Vorurteile. Sie neigen dazu bestimmte Gruppen in eng definierten Rollen zu zeigen und machen Vorurteile dadurch gesellschaftlich verfügbar und festigen diese, denn je häufiger man etwas sieht, hört oder liest desto leichter erinnert man sich daran.

Fremdenangst und Fremdenhass kommen nicht von ungefähr. Durch die Darstellung von „Ausländern“ in Medien wird oft ein völlig falsches Bild vermittelt. Sehr oft wird die Gruppe von MigrantInnen und AsylwerberInnen mit Kriminalität in Verbindung gebracht.
Auch in Filmen werden Vorurteile und Stereotypen bewusst eingesetzt. Filmbösewichte kommen am ehesten aus dem arabischen Raum, sind Terroristen ohne Moral und gefährden Menschen auf der ganzen Welt.

Auch die Darstellung Sozial Benachteiligter in den Medien ist stark von Stereotypen geprägt.
Zum Einen werden sozial Benachteiligte als schwach und bemitleidenswert beschrieben. Sehr oft wird dieser Stereotyp mit Kindern in Verbindung gebracht. Beinahe jede Spendenkampagne für Afrika verwendet ein armes Kind für ihre Werbezwecke.
Zum Anderen gibt es das Stereotyp des fordernden, des arbeitslosen Armen, der meist als Sozialschmarotzer dargestellt wird. Dadurch wird vermittelt, dass sozial Benachteiligte an ihrer Not selbst schuld sind. In diversen Talk-Shows und Reality-Soaps wird dieses Vorurteil leider auf geschmacklose Art und Weise breit getreten.

Die wohl größten Vorurteile herrschen in Bezug auf die Geschlechter. Es finden sich zahlreiche klischeehafte und stereotype Darstellungen von Frauen und Männern in den unterschiedlichsten Medien. Für Frauen gilt nach wie vor, dass die großen Rollenklischees „heilige“ oder „Hure“ verwendet werden. So werden Frauen werden häufig als Sexobjekte dargestellt - oder aber eben als liebevolle Hausfrauen und Mütter. In den letzten Jahren taucht auch der Typus der alles meisternde Powerfrau häufig auf. Typisch Frau! Weibliche „Schwächen und Laster“ werden überspitzt dargestellt: Sie sind fleißig oder raffiniert, tratschsüchtig oder unbeholfen (meist im Umgang mit Technik).

Sexualität ist ein großes Thema in den Medien. Schlagzeilen und Werbungen müssen wirken und zwar in der ersten Sekunde: „Sex sells“ heißt hier die Devise! Und obwohl Sexualität ein wichtiges Thema in der menschlichen Kommunikation ist, darf es für Marketing-Zwecke nicht derart missbraucht werden.

Ziele der Kampagne

Wir Falken haben uns mit dieser neuen Kampagne zum Ziel gesetzt, zu hinterfragen:

  • Welche Vorurteile trage ich tatsächlich mit mir herum?
  • Wie wirken sich „meine“ Vorurteile auf mein Denken und Handeln aus?
  • Welche Vorurteile wirken ausgrenzend und setzen bestimmte Gruppen herab?
  • Wie können wir Vorurteile und Stereotype widerlegen?

Außerdem wollen wir methodisch aufzeigen, welche Wirkungen bestimmte Bilder auslösen können. Wenn man sich mit Themen wie Arbeitslosigkeit, Armut, Gewalt, Homosexualität etc. auseinandersetzt können Vermutungen und falsche Bilder widerlegt werden. Entwickelt man ein umfassendes Bild einer Situation, fällt es leichter sich dazu eine eigene Meinung zu bilden. In weiterer Folge ist man weniger gefährdet Vorurteile zu entwickeln, da diese oft aus Angst vor dem Unbekannten entstehen.

Viele Vorurteile werden bereits im Kindesalter gebildet. Die Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung dieser Thematiken müssen also schon sehr früh beginnen. Eltern, LehrerInnen Freunde, und auch wir Rote Falken müssen uns ständig unserer Vorbildwirkung bewusst sein. Es ist daher wichtig schon von Beginn an immer wieder das Selbstwertgefühl junger Menschen zu stärken und der missbräuchliche Verwendung von Stereotypen entgegen treten. Jugendliche mit einem gesunden Selbstwert lassen sich nicht so leicht von anderen beeinflussen.

Es ist leider nicht zu verhindern, dass gewisse Einordnungen passieren, doch müssen wir uns dessen immer wieder bewusst werden! Reflektionen und sich selbst in andere Rollen zu versetzen schärfen unsere Sensibilität in Bezug auf Klischees. Gerade junge Menschen sollen kritisch und differenziert mit ihren eigenen Vorurteilen umgehen. Nur somit ist man auch in der Lage seine Vorurteile zu widerlegen und abzubauen.

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