geschichte:zweiundzwanzig

1985 bis heute

Die politischen Veränderungen in Österreich ab der Mitte der 1980er Jahre und die Stimmenverluste der SPÖ brachten eine schwierige Zeit für die Organisationen der alten Arbeiterbewegung. Zwar blieb die SPÖ bis in die späten 90er Jahre noch die stimmen stärkste Partei, doch wurde die Politik zunehmend von neoliberalen Zielen bestimmt.

Mit diesen Umbrüchen verlagerte sich auch der Schwerpunkt in der Falkenarbeit. Die politischen Sicherheiten und Orientierungen gingen verloren, der Einsatz für die Rechte der Kinder rückte in den Mittelpunkt. 
Die Kinderrechte wurden das bestimmende Thema der Falkenarbeit. Auf der Bundeskonferenz der Falken 1986 wurde beschlossen, dass eine Kinderrechtserklärung erarbeitet werden sollte. Damit begann eine neue Phase in der Arbeit der Roten Falken und der Kinderfreunde. Nicht mehr nur der Kampf für den Sozialismus, sondern der Einsatz für die eigenen Rechte wurde zum neuen Aufgabenfeld. Durch diesen neuen Schwerpunkt, der Mitbestimmung und Demokratie beinhaltete, war es möglich, auch weiterhin politische Erziehungsarbeit zu leisten. Die internationale Arbeit blieb ein Schwerpunkt, auch Solidaritätsaktionen wurden durchgeführt.

In 90er Jahren waren unter den Bundesvorsitzenden Wolfgang Zeglovits und Wolfgang Fasching die Bereiche Schule und Bildung Schwerpunkte, bestimmend blieb aber das Thema Kinderrechte, das auch seinen Niederschlag in der Forderung nach der Senkung des Wahlalters 1996 wurden auf der Bundeskonferenz erstmals ein Bundesteam (Wolfgang Zeglovits, Sonja Haselgruber, Fritz Danko, Ingo Pertramer und Daniela Pruner) und ebenfalls erstmals ein Grundsatzprogramm beschlossen. 1999 fand in der Wiener "Arena" ein Kinderrechtetag statt, im Jahr darauf ein IFM Camp unter dem Motto Children's World Camp. Die damaligen Vorsitzenden waren Max Grill und Ingo Pertramer.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderrechte führte schließlich zur Gründung des Instituts für Kinderrechte. 2001 wurde unter dem neuen Bundesvorsitzenden Fritz Danko das Projekt "Rote Falken Neustart" initiiert, dessen Hauptanliegen es war, die Struktur der Roten Falken zu stärken, ehemalige Falken wieder stärker in die Organisation einzubinden und ein neues Bewusstsein für die Roten Falken innerhalb der Organisation, bei den Kinderfreunden und nach Außen zu schaffen.

Die wichtigsten Auswirkungen des Projektes waren eine bessere Zusammenarbeit von Kinderfreunden und Roten Falken sowie die Gründung des Vereins Graufalken. Wichtigster inhaltlicher Meilenstein dieser Zeit war die Gründung der Regenbogenfalken, die sich mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzen. Darüber hinaus wurde die Zusammenarbeit der Landesorganisationen verstärkt und schlussendlich das Pädagogische Büro als Schnittstelle der Kinder- und Jugendgruppenarbeit von Roten Falken und Kinderfreunden geschaffen.

Das Falkencamp Döbriach hatte kurze Zeit geschlossen und wurde daraufhin wiederbelebt. In ihren Sommerlagern setzen die Roten Falken wieder verstärkt auf Demokratie und Selbstverwaltung und greifen auf die bewährten Konzepte der Kinderrepublik zurück.

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