Coronavirus: Wie erkläre ich meinem Kind was passiert?

Von der aktuellen Situation in Österreich sind alle Menschen betroffen – auch unsere Kinder. Vielen Menschen verspüren derzeit Unsicherheit, Sorge und Angst. Auch unsere Kinder erleben diese Unsicherheit. Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen. Umso wichtiger ist es, mit den Kindern darüber zu sprechen, sie altersgerecht zu informieren, aufzuklären und ihre Fragen zu beantworten.

  

Diese Seite wird laufend aktualisiert und die Erklärungen und Informationen in kindgerechter Sprache an die aktuellen Gegebenheiten angepasst.

Letzte Aktualisierung: 16.06.2020

  

Das Virus und seine Folgen für unser Zusammenleben einfach erklärt:

Was ist ein Virus?

Ein Virus ist winzig klein und kann mit bloßem Auge nicht gesehen werden. Es kann uns krank machen und z.B. Schnupfen und Husten auslösen. Beim Coronavirus bekommt man z.B. Husten und Fieber. Ein Virus kann über Niesen und Husten von einem Menschen auf den anderen übertragen werden.

Warum sollen sich so wenige Menschen wie möglich mit dem Coronavirus anstecken?

Bisher haben sich in Österreich wenig Menschen mit dem Coronavirus infiziert, noch weniger sind deswegen ins Krankenhaus gekommen. Das ist auch gut so, weil es im Krankenhaus nur eine begrenzte Zahl an Betten und es auch eine begrenzte Anzahl an Ärzten und Pflegepersonal gibt. Im Krankenhaus sind viele kranke Menschen, die dort wieder gesund werden wollen. Wenn es nicht zu viele Corona Patienten auf einmal gibt, lässt sich das in Krankenhäusern besser bewältigen. 

Warum waren die Spielplätze, Geschäfte, Restaurants, Schulen und Kindergärten geschlossen?

Damit das Virus sich nicht so schnell ausbreitet und nur ganz wenig Menschen davon krank werden. Wenn viele Menschen an einem Ort sind, kann das Virus leichter von einem Menschen zum anderen übertragen werden. Darum war es wichtig, dass sich so wenig Menschen wie möglich treffen.

Viele Spielplätze, Geschäfte, Restaurants, Schulen und Kindergärten sind jetzt wieder offen. Ist jetzt alles wieder wie es vorher war?

Leider nein. Viele Forscher, Ärzte und andere Experten arbeiten an Medikamenten, damit alle Erkrankten schnell wieder gesund werden und an einem Impfstoff, damit wir uns erst gar nicht mehr mit Corona/Covid-19 anstecken können. Bis es diese gibt, können wir uns zwar wieder treffen, müssen aber Abstand halten, an manchen Orten Mund-Nasen-Schutz-Masken tragen, uns öfter die Hände waschen, in den Ellenbogen niesen und husten, damit wir uns und andere möglichst nicht anstecken.

Wenn ich wieder in den Kindergarten und in die Schule komme, ist dort alles wieder wie vorher?

Nein. Auch im Kindergarten und in der Schule wird darauf geachtet, dass du und alle anderen dort sich möglichst nicht anstecken. Darum sind immer noch weniger Kinder im Kindergarten und auch sonst kann es sein, dass sich dort etwas verändert hat - du z.B. mit deinem Bruder oder deiner Schwester in einer Gruppe bist, obwohl das vorher nicht so war. Oder einige deiner Freunde aus deiner Gruppe nun in einer anderen Gruppe sind und ihr vorerst im Kindergarten nicht wie gewohnt miteinander spielen könnt. Du dich nicht mehr an der Gruppentüre von Mama und Papa verabschiedest, sondern z.B. über den Garten in den Kindergarten kommst und dort schon freudig von deiner Pädagogin begrüßt wirst und sie mit dir gemeinsam in die Garderobe geht zum Umziehen und danach Händewaschen. In jedem Kindergarten ist das ein bisschen anders. Was sich in deinem Kindergarten verändert hat, erfährt deine Mama und dein Papa vom Kindergarten und erzählt es dir dann.

Worauf müssen wir jetzt noch achten, wenn wir andere Menschen treffen, auf der Straße oder in Geschäften unterwegs sind? Wie können wir uns und andere Menschen schützen?

Das Virus wird von einem Menschen auf den anderen übertragen. Allerdings kann das Virus maximal 1-2 Meter springen. Darum ist es wichtig, dass wir 1-2 Meter Abstand voneinander halten. Das ist ca. so viel wie ein Babyelefant groß ist oder so weit wie deine Mama oder dein Papa hüpfen kann.

Regelmäßig Händewaschen, Niesen und Husten in die Armbeuge sind wichtig. Aber darin bist du bestimmt schon ein Profi!

Warum tragen so viele Menschen eine Maske und Handschuhe? Muss ich das auch tun?

Das Virus wird über winzigkleine Tröpfchen übertragen, die in Mund und Nase sind und beim Husten und Niesen, manchmal auch beim Sprechen nach draußen kommen. Damit wir so wenig wie möglich von diesen Tröpfchen verteilen, sollen alle Menschen immer dann etwas über ihrem Mund und ihrer Nase tragen, wenn sie viele andere Menschen treffen, z.B. in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Viele Menschen tragen Masken – einen sogenannten Mund-Nasen-Schutz – oder ein Tuch oder einen Schal. Zurzeit sollen wir in Apotheken, beim Arzt und überall dort, wo der Sicherheitsabstand von 1-2 Metern nicht eingehalten werden kann – z.B. beim Friseur – noch weiter einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auch Kellner und Kellnerinnen sollen diesen weiter tragen. Kinder unter 6 Jahren müssen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Du kannst aber, wenn du magst.

Manche Menschen tragen Handschuhe, damit sie mit ihren Händen nichts berühren was zuvor andere Menschen berührt haben. Wenn man seine Hände regelmäßig gut wäscht, ist das jedoch absolut nicht notwendig!

Kann ich im Sommer wieder ins Schwimmbad gehen?

Ja. Die Schwimmbäder haben wieder aufgesperrt. Allerdings soll auch dort 1-2 Meter Abstand zu anderen Personen gehalten werden. Auf der Wiese soll darum mehr Platz zu anderen Handtüchern gelassen werden und auch im Wasser sollen weniger Menschen gleichzeitig schwimmen und planschen. Der Bademeister wird darauf achten, dass alle genug Platz haben.

Können wir im Sommer in den Urlaub fahren?

In den Urlaub fahren ist möglich. Allerdings gibt es auch im Urlaub einige Regeln, die eingehalten werden müssen, damit sich möglichst wenig Menschen anstecken. Diese Regeln sind von Hotel zu Hotel und von Land zu Land verschieden. Deine Mama oder dein Papa können dir mehr darüber erzählen. Manche Menschen fahren diesen Sommer nicht ins Ausland, sondern verbringen den Urlaub zu Hause. Auch wenn man im Urlaub daheim bleibt, kann man lustige Sachen machen und spannende Abenteuer erleben.

Was passiert, wenn ich oder ein anderer Mensch sich mit dem Virus anstecken? Kann ich daran sterben?

Menschen allen Alters können sich mit dem Virus infizieren. Bis jetzt sind wenige Kinder am Corona-Virus erkrankt. Für Kinder und Erwachsene, die gesund sind, ist das Virus nicht lebensgefährlich. Sie bekommen Husten und Fieber und müssen einige Tage zu Hause im Bett bleiben. Für ältere Menschen oder Menschen, die auch so immer krank sind und viele Medikamente nehmen müssen, ist das Virus gefährlicher, weil es für ihren Körper schwieriger ist, wieder gesund zu werden.

Warum soll ich Oma und Opa nicht mehr besuchen oder muss beim Besuch ein wenig vorsichtig sein und kann sie nicht wie früher umarmen und küssen?

Da Oma und Opa schon älter sind, ist es für ihre Körper schwieriger, wieder gesund zu werden. Auch Kinder und Erwachsene, die keinen Husten oder Fieber haben, können ältere Menschen anstecken. Wenn du Oma und Opa (und auch andere ältere Menschen) nicht besuchen kannst, kannst du sie anrufen oder ihnen Bilder und Briefe schicken. 

Was kannst du tun um dich und andere zu schützen?

Da wir viele Dinge mit den Händen angreifen und dort überall Viren und Bakterien sitzen könnten, ist es wichtig regelmäßig Hände zu waschen. Vor allem vor dem Essen und wenn du von draußen reinkommst. Die Hände sollen 20 Sekunden lang mit Seife gewaschen werden. Das ist so lange wie zweimal Happy Birthday singen oder summen.

Wenn du niesen oder husten musst, mach das bitte in deine Armbeuge oder in ein Taschentuch. Wirf das Taschentuch gleich in den Mülleimer.

Versuche 1-2 Meter Abstand zwischen dir und anderen zu halten.  

Was sollst du lassen?

Beim Begrüßen sollst du aufs Händeschütteln, Umarmen, High Fives und Bussis verzichten. Verzichte darauf anderen Menschen ganz nah zu kommen und direkt neben ihnen zu stehen. Das gilt natürlich nicht für deine Mama und deinen Papa. Zu allen Menschen, die mit dir in der gleichen Wohnung leben, musst du keinen Abstand halten. 

Warum sind Menschen zu Hause für zwei Wochen in Quarantäne? Was passiert in diesen 2 Wochen?

Menschen, die mit einer an Corona/Covid-19 erkrankten Person in einem geschlossenen Raum waren oder im Urlaub an einem Ort waren, an welchem viele Menschen an Corona/Covid19 erkrankt sind, könnten sich auch angesteckt haben. Erst nach 14 Tagen weiß man, ob die Person sich angesteckt hat. Da die Person aber schon in diesen 14 Tagen andere Menschen anstecken kann, ist es wichtig, dass sie zu Hause bleibt.

In dieser Zeit darf die Person ihr Haus oder ihre Wohnung nicht verlassen und auch keinen Besuch bekommen. Nachbarn, Freunde und Familie können für sie einkaufen gehen, ihr etwas zu essen kochen und es ihr vor die Türe stellen. Wenn die Person einen Arzt oder Medizin braucht, kommt ein Arzt zu ihr nach Hause.

Meine ganze Familie ist jetzt mehr zu Hause. Trotzdem können wir nicht die ganze Zeit miteinander spielen. Warum?

Viele Eltern müssen von zu Hause ausarbeiten und können darum nicht den ganzen Tag mit dir spielen. Auch für Mamas und Papas ist das eine ganz neue Situation, die ihnen manchmal viel Stress macht. So wie Kinder z.B. in der Schule manchmal Pausen benötigen, brauchen auch Mamas und Papas Pausen. Wenn Erwachsene viel Stress und wenig Pausen haben, kann es passieren, dass sie genervt sind, unfreundlich werden und vielleicht auch mal schreien oder schimpfen. Das ist nicht deine Schuld! Daran ist die momentane Situation Schuld. Jeder versucht diese bestmöglich zu meistern. Mama und Papa haben dich sehr lieb. Auch wenn sie mal genervt oder gestresst sind und keine Zeit zum Spielen haben.

      

Buchempfehlungen:

Kleine Geschichte zur Corona-Krise für Kinder im Kindergartenalter

Ursula Leitl, ehemalige Erzieherin und Mutter eines Fünfjährigen, hat eine kleine Hasengeschichte geschrieben. Diese soll Kindern die Verhaltensregeln näher bringen,  die derzeitige soziale Isolation erläutern und ihnen die Angst nehmen.  

 

"Aufregung im Wunderwald"

Auch für sehr junge Kinder geeignet. Es handelt von Ben dem Bären. Ben ist 3 Jahre alt. Im Wunderwald werden immer mehr Tiere krank und darum muss die Eule etwas unternehmen um weitere Ansteckungen zu verhindern. Kindergarten, Schule und Geschäfte schließen. Alle sollen viel zu Hause bleiben und keine Freunde mehr treffen. Wie Ben diese Zeit im Wunderwald erlebt, erfährt man in diesem Buch. 

   

"Das Drin-Bleib-Monster"

In diesem Buch steht die aktuelle Lebenssituation von Kindern im Mittelpunkt. Man soll möglichst zu Hause bleiben und das ist langweilig. Als Alma sich zum Inlineskaten rausschleichen will, hält das Drin-Bleib-Monster sie zurück. Trotz anfänglicher Skepsis erlebt Alma an diesem Tag spannende Abenteuer zu Hause mit dem Drin-bleib-Monster. https://www.drin-bleib-monster.de/Das Buch gibt es auf Englisch und Deutsch.Neben dem Bilderbuch gibt es auch Ausmalbilder und ein Freundebuch zum Ausfüllen mit Bezug zur aktuellen Situation und Fragen wie z.B. Das finde ich gerade richtig blöd; Das mache ich am Liebsten zu Hause; Das würde ich gerne mit dir machen, wenn wir uns wieder sehen usw.  

 

„Wie spreche ich mit meinem Kind über das Corona Virus?“ 

   

Erklärvideos der Stadt Wien 

   

Sendung mit der Maus

Hier werden jeden Tag Fragen von Kindern zum Thema Corona-Virus in kurzen Videos kindgerecht erklärt. Was macht der Virus im Körper? Warum hilft Händewaschen? Warum hilft es, wenn alle schulfrei haben? Was machen, wenn man jetzt Geburtstag hat?

Sendung mit der Maus zu Corona

   

ZDF Tivi- Videoclips für Kinder zum Thema Corona

Die Sendung Logo bietet kleine Info-Videos zum Thema Corona. 

ZDF Sendung Logo zu Corona

     

Briefe von Felix

Annette Langen hat ihre Hasen Felix einen Brief zum Thema Corona schreiben lassen. Zum Brief gibt’s auch Tapferkeitsmedaillen zum Ausmalen.

https://www.annettelangen.de/

  

Hände waschen kinderleicht gemacht

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