Vom 30. Januar bis 6. Februar 2026 verwandelte sich das Mühl-fun-viertel in Klaffer am Hochficht im oberösterreichischen Mühlviertel in einen europäischen Begegnungsort für Fachkräfte der Jugendarbeit. Im Rahmen des Erasmus+-Trainings „Roots and Wings – The Story of Who I Am“, organisiert von den Kinderfreunden Mühlviertel, kamen 21 Jugendarbeiterinnen, Trainerinnen und Jugendleiter*innen aus acht europäischen Ländern zusammen – im Alter zwischen 18 und 47 Jahren.
Geleitet wurde das Training von der italienischen Trainerin Laris Guerri (Associazione Agrado), die die Gruppe mit viel Sensibilität und Fachkompetenz durch eine intensive Woche persönlicher und beruflicher Lernprozesse begleitete. Ihr Schwerpunkt lag dabei auf einem emotional sicheren und traumasensiblen Rahmen, der tiefgehende Selbstreflexion und authentischen Austausch ermöglichte.
Im Mittelpunkt des Projekts standen die Themen Identität, Wurzeln, emotionale Ausdrucksfähigkeit, Resilienz und Selbstbewusstsein. Durch autobiografische Methoden und digitales Storytelling lernten die Teilnehmenden, wie sie junge Menschen – insbesondere solche mit geringeren Chancen – dabei unterstützen können, ihre Lebensgeschichten zu verstehen und persönliche Herausforderungen in Kraftquellen zu verwandeln.
Das vielseitige Programm verband reflektive, kreative und erfahrungsorientierte Aktivitäten: Von biografischen Übungen wie Lebenslinien, Kindheitsgalerien und Briefen an das „innere Kind“ über Theater, Bewegung, Fotografie und Schreibworkshops bis hin zur Produktion eigener digitaler Geschichten. Diese kurzen Filme, in denen Stimme, Bilder, Musik und persönliche Narrative verschmolzen, bildeten den emotionalen Höhepunkt des Kurses.
Besonders bewegend war die abschließende Präsentation dieser digitalen Erzählungen – ein Moment, den viele Teilnehmende als „tief berührend und authentisch“ beschrieben. Auch gemeinsame Reflexionskreise und eine meditative Naturerfahrung im Schnee, bei der jeder Baum als Station für persönliche Lebensereignisse diente, blieben in nachhaltiger Erinnerung.
Die Atmosphäre war geprägt von Vertrauen, Offenheit und gegenseitigem Respekt. Schon nach kurzer Zeit entwickelte sich eine starke Gruppendynamik, die es allen erlaubte, sich einzubringen, Fehler zuzulassen und voneinander zu lernen.
Zum Abschluss präsentierten die Teilnehmenden ihre digitalen Geschichten und reflektierten gemeinsam die Erfahrungen der Woche – ein Moment des Feierns und Loslassens, der den gemeinsamen Lernprozess würdevoll abrundete