Linz, 5. Februar 2026 – Die Kinderfreunde Oberösterreich begrüßen den angekündigten Vorstoß von Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler, ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren in Österreich zu prüfen. Damit werde ein längst notwendiger Schritt gesetzt, um Kinder und Jugendliche besser vor zu frühem und häufig übermäßigem Medienkonsum sowie vor problematischen und altersunangemessenen Inhalten zu schützen.
„Es ist sehr zu begrüßen, dass die Bundespolitik nun offensichtlich bereit ist, konkrete Maßnahmen im Bereich des digitalen Kinderschutzes zu ergreifen“, erklärt Helmut Gotthartsleitner, Vorsitzender der Kinderfreunde Oberösterreich. „Alle Expert:innen sind sich einig, wir Erwachsenen tragen eine Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen. Wie bei anderen Gefahren und Süchten braucht es auch im digitalen Raum klare Regeln und wirksamen Kinder- und Jugendschutz.“
Die Kinderfreunde Oberösterreich beschäftigen sich seit Monaten intensiv mit den Auswirkungen digitaler Medien auf Kinder und Familien. Erst kürzlich luden sie zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Kinderschutz und Medien ein, bei der Expert:innen aus Medizin, Psychotherapie, Prävention und Pädagogik die Risiken, aber auch notwendige Schutzmaßnahmen im digitalen Raum beleuchteten. Aufbauend darauf wurden weitere Follow-up-Veranstaltungen, Elternbildungsangebote und fachliche Vertiefungen initiiert. „Der aktuelle politische Vorstoß bestätigt, dass wir mit unserer langjährigen Arbeit an diesem Thema richtig liegen“, so Gotthartsleitner.
Es braucht ein Maßnahmenbündel
Die Kinderfreunde OÖ betonen jedoch, dass Altersgrenzen allein nicht ausreichen. „Ein Social-Media-Verbot kann ein wichtiger Baustein sein, aber es braucht ein ganzes Maßnahmenbündel“, so Reinhold Medicus-Michetschläger, Geschäftsführer der Kinderfreunde OÖ und weiter:. „Kinder und Jugendliche müssen nicht nur geschützt werden, sie brauchen auch Begleitung und Kompetenzen, um sich in der digitalen Welt sicher und selbstbestimmt bewegen zu können.“
Dazu zählen aus Sicht der Kinderfreunde unter anderem der Ausbau von Elternbildung, Medienkompetenz in Bildungseinrichtungen sowie klare gesetzliche Rahmenbedingungen. „Nicht zuletzt müssen auch die Anbieter digitaler Plattformen stärker in die Pflicht genommen werden, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Hier ist ein europäisches Vorgehen besonders sinnvoll und notwendig“, betont Gotthartsleitner.
Mitbestimmung der Kinder und Jugendlichen
Ein weiterer zentraler Punkt ist für die Kinderfreunde die Beteiligung junger Menschen selbst: „Maßnahmen greifen dann am besten, wenn auch die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen ernst genommen werden. Ihre Erfahrungen und Meinungen müssen bei der Ausgestaltung solcher Regelungen mitberücksichtigt werden“, so Gotthartsleitner abschließend.
Die Kinderfreunde Oberösterreich sehen den aktuellen Vorstoß als wichtigen Impuls und als Chance, Kinderrechte auch im digitalen Raum konsequent umzusetzen.
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