Kinderfreunde begrüßen Social-Media Beschränkung für Jugendliche unter 14 Jahren

Veröffentlicht am: 29.07.2026

Linz, 29. Juli 2026 – Die Kinderfreunde OÖ begrüßen den Gesetzesentwurf des Medienministeriums zur Einschränkung des Zugangs zu problematischen Social-Media Inhalten für Videoplattformen. Die Kinderfreunde erwarten, dass die entsprechenden Plattformen ihre Verantwortung erkennen und ihre Geschäftsmodelle ändern.

Expert:innen und Elternvertreter:innen haben immer wieder auf das Gesundheitsrisiko und die Suchtgefahr bei der unausweichlichen Intensivnutzung dieser Videoplattformen hingewiesen. Auch die EU hat Empfehlungen zur Beschränkung ausgesprochen. Die Regierung hat nun den richtigen Kompromiss gefunden.

„Videoplattformen, die auf eine dauerhafte Bindung der Aufmerksamkeit abzielen, halten Kinder und Jugendliche unter anderem auch davon ab, einen verantwortungsvollen und sinnvollen Medienkonsum zu erlernen. Daher ist eine Schutzfunktion bzw. ein Schutzalter höchst angebracht.“ beton Helmut Gotthartsleitner, Vorsitzender der Kinderfreunde OÖ. Er führt weiter aus, dass das neue Gesetz auch Erziehungsberechtigte im familiären Alltag und Pädagog:innen in institutionellen Bereichen wie Bildungseinrichtungen und Jugendzentren unterstützt und sie mit dieser problematischen Thematik nicht mehr allein lässt.

Nun geht es darum, parallel ausreichend medienpädagogische Angebote zu entwickeln, denn das Verbot allein ist nicht ausreichend. Die Bildungssysteme müssen mehr Ressourcen darauf verwenden, damit Kinder, Jugendliche und Eltern befähigt werden, die Risken und Gefahren des Internets selbständig zu erkennen und abzuwehren. In diesem Zusammenhang begrüßen die Kinderfreunde auch das neue und unbedingt auszurollende Unterrichtsfach „Medien und Demokratie“.

Kinderfreunde OÖ unterstützen Initiative SMARTaufwachsen

Passend zu dieser Zielsetzung unterstützen die Kinderfreunde OÖ aktuell die Initiative SMARTaufwachsen, die von der Linzer Kinderärztin Dr. Arnika Thiede und dem Klinischen Psychologen Christoph Rosenthaler, MSc, in Kooperation mit der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz gegründet wurde. Die Initiative informiert Eltern und pädagogische Fachkräfte über die Auswirkungen digitaler Medien auf die Entwicklung von Kindern und gibt praktische Empfehlungen für einen altersgerechten und bewussten Umgang mit Smartphones, Tablets und anderen digitalen Angeboten. Im Rahmen des Vortrags „Smart(ohne)Phone“ werden insbesondere die Risiken eines übermäßigen Medienkonsums im Kleinkind- und Vorschulalter beleuchtet.

Die Expert:innen zeigen auf, wie digitale Medien die sprachliche, soziale und emotionale Entwicklung beeinflussen können und betonen die Bedeutung von Beziehungen, Bewegung, Spiel und unmittelbaren Erfahrungen für die gesunde Entwicklung von Kindern. Gleichzeitig erhalten Eltern praxisnahe Orientierung für einen verantwortungsvollen Medienalltag ohne Schuldzuweisungen oder starre Verbote.

Die Kinderfreunde OÖ stellen die Vortragsvideos ihren Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen, Eltern-Kind-Zentren sowie Regionsbüros für Elternbildungsangebote zur Verfügung und leisten damit einen konkreten Beitrag zur Medienbildung und Prävention.

Reinhold Medicus-Michetschläger, Geschäftsführer der Kinderfreunde OÖ, betont: „Wer Kinder vor den Risiken sozialer Medien schützen will, darf nicht erst im Jugendalter ansetzen. Medienkompetenz beginnt bereits in den ersten Lebensjahren. Mit der Unterstützung von SMARTaufwachsen geben wir Eltern und pädagogischen Fachkräften wissenschaftlich fundierte Informationen und alltagstaugliche Orientierung an die Hand.“

Auch Judith Antlinger Pädagogische Leitung der Kinderfreunde OÖ, unterstreicht die Bedeutung präventiver Bildungsarbeit: „Digitale Medien sind Teil der Lebensrealität von Familien. Entscheidend ist daher nicht nur die Begrenzung problematischer Inhalte, sondern vor allem die Begleitung von Kindern auf ihrem Weg zu einem gesunden und altersgerechten Medienumgang. Die Inhalte von SMARTaufwachsen unterstützen unsere Einrichtungen dabei, Eltern kompetent zu beraten und Kinder in ihrer Entwicklung bestmöglich zu fördern.“

Info:

Weitere Informationen zur Initiative SMARTaufwachsen finden sich unter

www.smart-aufwachsen.at.

Die Videos stehen hier kostenlos zur Verfügung:

https://www.youtube.com/@kinderfreundeooe2291

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