Linz, 18. März 2026 – Die Kinderfreunde Oberösterreich begrüßen ausdrücklich die angekündigte Einführung bzw. konsequentere Umsetzung einer Altersgrenze für Social-Media-Nutzung in Österreich. Dieser Schritt ist aus Sicht der Kinderfreunde OÖ längst überfällig und stellt einen wichtigen Meilenstein für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum dar.
„Digitale Medien sind aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Umso wichtiger ist es, klare Regeln zu schaffen, die Kinder wirksam schützen“, betont Helmut Gotthartsleitner, Vorsitzender der Kinderfreunde Oberösterreich. „Eine Altersgrenze ist kein Selbstzweck, sondern ein notwendiger Schritt, um Kinderrechte auch online durchzusetzen.“
Kinderrechte gelten auch im digitalen Raum
Die Kinderfreunde OÖ positionieren sich klar: Maßstab aller Maßnahmen muss das Kindeswohl sein, wie es in der UN-Kinderrechtskonvention verankert ist. Digitale Plattformen tragen eine enorme Verantwortung, der sie bislang vielfach nicht gerecht werden. Studien zeigen, dass insbesondere algorithmisch gesteuerte Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat oder auch Spielplattformen wie Roblox gezielt Mechanismen einsetzen, die Kinder und Jugendliche in Endlosschleifen halten und emotional stark beeinflussen. Diese Strukturen begünstigen Suchtverhalten und bergen erhebliche Risiken für die psychische und soziale Entwicklung.
„Wir sehen täglich, wie sehr Kinder unter dem Druck digitaler Plattformen stehen, von unrealistischen Körperbildern bis hin zu Cybermobbing. Hier braucht es endlich klare Grenzen und konsequente Kontrolle“, so Gotthartsleitner weiter.
Massive Risiken erfordern entschlossenes Handeln
Die Kinderfreunde OÖ kritisieren dabei insbesondere das Geschäftsmodell vieler Social-Media-Konzerne, das auf maximale Aufmerksamkeit und Gewinn ausgerichtet ist, oft auf Kosten der jungen Nutzer. „Wir brauchen mehr als Verbote für Familien. Wir brauchen klare Regeln für Konzerne. Der Schutz von Kindern darf nicht dem Profit untergeordnet werden“, stellt Helmut Gotthartsleitner klar.
Neben kurzfristigen Maßnahmen betonen die Kinderfreunde OÖ die Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels im digitalen Raum. Plattformen müssen so gestaltet werden, dass sie demokratische Werte, Empathie und echte Teilhabe fördern, statt gezielter Manipulation durch Algorithmen.
Besondere Empfehlung: Bildschirmfrei in den ersten Lebensjahren
Für Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren sprechen sich die Kinderfreunde OÖ klar für ein möglichst bildschirmfreies Aufwachsen aus. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass frühe Bildschirmnutzung erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung haben kann. „Gerade in den ersten Lebensjahren brauchen Kinder reale Beziehungen, Bewegung und direkte Erfahrungen, keine Bildschirme“, betont Reinhold Medicus-Michetschläger, Geschäftsführer der Kinderfreunde OÖ.
8 zentrale Forderungen an Politik und Gesellschaft
Die Kinderfreunde OÖ bekräftigen im Zuge der aktuellen Debatte ihre zentralen Forderungen:
- Konsequente Durchsetzung einer Altersgrenze von mindestens 14 Jahren für Social-Media-Plattformen
- Ausbau kostenloser medienpädagogischer Angebote für alle Altersgruppen
- Strengere Regulierung von Algorithmen und klare Verantwortung der Plattformbetreiber für Inhalte
- Förderung demokratischer und gemeinwohlorientierter digitaler Alternativen
- Echte Beteiligung von Jugendlichen an der Entwicklung von Lösungen
- Aufklärungskampagne „Bildschirmfrei von 0–3“
- Förderung handyfreier Räume und Detox-Projekte in Freizeit und Bildung
- Breite Unterstützung und Begleitung von Eltern und Pädagog:innen
Die Kinderfreunde Oberösterreich sehen in der geplanten Altersgrenze einen wichtigen ersten Schritt, fordern jedoch weitere konsequente Maßnahmen. „Wenn wir Kinder ernsthaft schützen wollen, müssen wir den digitalen Raum endlich so gestalten, dass er ihren Bedürfnissen entspricht und nicht den Geschäftsinteressen großer Konzerne“, so Gotthartsleitner und Medicus-Michetschläger abschließend.
Veranstaltungstipp: Kinderfreunde OÖ laden zur Podiumsdiskussion: „Kindheit im Dauerkrisenmodus – Orientierung geben in unsicheren Zeiten“
Im Kontext der aktuellen Entwicklungen laden die Kinderfreunde Oberösterreich zu einer Podiumsdiskussion ein, die sich mit den Auswirkungen von Krisen, Medien und Digitalisierung auf Kinder beschäftigt. Unter dem Titel „Kindheit im Dauerkrisenmodus: Orientierung geben in unsicheren Zeiten“ wird der Frage nachgegangen, wie Kinder in einer Welt voller belastender Nachrichten und digitaler Reizüberflutung gut begleitet werden können.
Dienstag, 28. April 2026
18:00 – 20:00 Uhr
WISSENSTURM: VHS Linz, Saal E.09
Expert:innen am Podium:
Helmut Gotthartsleitner, Vorsitzender der Kinderfreunde OÖ
Antonia Titze, Social Media Managerin & TikTok-Host DER STANDARD
Fatlinda Ibraimi, Teach For Austria Trainerin
Andrea Wurz, Elternbildnerin und Leitung vom Innerversum Linz
Pressetext:
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