Kinderfreunde OÖ empört über FPÖ-Parteivorsitzenden, der sich nach „schwarzer Pädagogik“ sehnt
Linz, 5. Mai 2026 – Herbert Kickl träumt offenbar von Zeiten, in denen Kinder Angst vor den Lehrpersonen hatten und diese auch körperliche Züchtigung als Erziehungsmittel einsetzen durften. So hat er in seiner Rede zum 1.Mai in Linz über Lehrer in früheren Zeiten philosophiert, als noch „nachgeholfen“ werden konnte, wenn ein Kind nicht „gespurt“ hat und das „niemandem geschadet“ habe.
„Dass Gewalt in der Erziehung in Österreich seit 1989 gesetzlich verboten ist, scheint FPÖ Bundesparteiobmann Kickl entgangen zu sein“, betont Helmut Gotthartsleitner, Landesvorsitzender der Kinderfreunde. Übrigens haben im selben Jahr auch die Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes verabschiedet, in denen der Schutz von Kindern eine wesentliche Säule darstellt. In Österreich gelten diese Schutzrechte seit 1994, als das Österreichische Parlament sie ratifiziert hat.
„Jede ernstzunehmende Fachstimme weiß, welchen Schaden Gewalt in der kindlichen Psyche anrichtet: in welcher Form auch immer sie sich äußert, ob als Watsche, als Anschreien oder als Demütigung“, betont Reinhold Medicus-Michetschläger, Geschäftsführer der Kinderfreunde OÖ. „Nicht umsonst gibt es immer noch Erwachsene, die ihre Impulse schwer kontrollieren können und ihre eigenen erlebten Kränkungen damit kompensieren, dass sie sich überhöhen und Menschen in ihrem Umfeld wiederum Gewalt antun.“
„Wir Kinderfreunde arbeiten Tag für Tag daran, dass Kinder eine Welt vorfinden, in der sie keine Angst haben müssen und in der ihnen niemand Gewalt zufügt“, betont Gotthartsleitner. „Dazu gehört auch konsequente Aufklärungsarbeit: Noch immer gibt es Erwachsene, die körperliche Gewalt wie eine ‚Watschen‘ als legitimes Erziehungsmittel verharmlosen. Umso wichtiger ist es, klarzustellen: Kein Mensch hat das Recht, einem Kind weh zu tun, unter keinen Umständen. Dass solche Aussagen ausgerechnet von einem Politiker kommen, ist besonders beschämend“, sind sich Gotthartsleitner und Medicus-Michetschläger einig.
Zum Glück habe sich die Pädagogik, im Unterschied zu den Ansichten manch ewig gestriger Politiker, weiterentwickelt. „Die Pädagoginnen und Pädagogen geben jeden Tag ihr Bestes, um Kindern gute Vorbilder zu sein und sichere Beziehungen aufzubauen und zu leben. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle für diese wertvolle Arbeit.“
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