Kinderfreunde kritisieren entmenschlichende Wortwahl und fordern uneingeschränkte medizinische Versorgung für schutzsuchende Menschen – vor allem für alle Kinder
Linz – 2. Februar 2026. Die Kinderfreunde zeigen sich tief besorgt über die Aussage von Christian Stocker: „Wir brauchen in unserem Land die hellsten Köpfe und keine finsteren Gestalten.“ Solche Formulierungen sind nicht harmlos. Worte schaffen Wirklichkeit. Sprache formt Denken, Wahrnehmung und letztlich Handeln. Wer Menschen sprachlich abwertet oder in „erwünscht“ und „unerwünscht“ einteilt, verschiebt Grenzen, Schritt für Schritt. Geschichte und Gegenwart zeigen, wie schnell aus Worten Ausgrenzung wird und aus Ausgrenzung Gewalt.
„Die Art, wie wir sprechen, entscheidet darüber, wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen“, betont Helmut Gotthartsleitner, Vorsitzender der Kinderfreunde OÖ. „Entmenschlichende Sprache bereitet den Boden für entmenschlichende Taten.“ Wie weit eine solche Entwicklung führen kann, sehen wir aktuell in demokratischen Staaten wie den USA, wo durch gezielte Hetze gegen Migrant:innen ein Klima entstanden ist, das unmenschliche Maßnahmen und Gewalt legitimiert. „Politische Verantwortung beginnt bei der Wortwahl“, betont Gotthartsleitner.
Medizinische Versorgung für alle Kinder gewähren
Darüber hinaus kritisieren die Kinderfreunde mit Nachdruck die Forderung, Asylwerber:innen lediglich eine medizinische Basisversorgung zuzugestehen. Gesundheit ist ein Menschenrecht, kein Privileg. Menschen, die in Österreich Schutz suchen, müssen jene medizinische Versorgung erhalten, die sie benötigen. Es darf keine Zwei-Klassen-Menschheit geben. Besonders entschieden wenden sich die Kinderfreunde gegen jede Einschränkung der medizinischen Versorgung von Kindern.
„Kinder tragen keine Verantwortung für Fluchtursachen oder politische Debatten“, so Gotthartsleitner und weiter: „Jedes Kind hat das Recht auf umfassende medizinische Betreuung, Sicherheit und ein gesundes Aufwachsen, unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus.“ Eine Gesellschaft zeigt ihren demokratischen und humanitären Anspruch daran, wie konsequent sie die Menschen- und Kinderrechte achtet. Kinder haben einen Anspruch auf Schutz, Gesundheit und Entwicklung, festgeschrieben in der UN-Kinderrechtskonvention. Kinderschutz endet nicht an Staatsgrenzen und kennt keinen Aufenthaltsstatus. Wer Kindern medizinische Versorgung vorenthalten, gefährdet ihr Recht auf ein sicheres und gesundes Aufwachsen. „Wir Kinderfreunde stehen für eine solidarische Gesellschaft, in der Kinderrechte unverhandelbar sind. Politische Verantwortung beginnt bei der Sprache, mit Respekt, Mitmenschlichkeit und klarer Haltung“, schließt Gotthartsleitner.
PDF-Download
Presseanfragen
Romana Philipp
Mobil: 0699/ 16 88 60 44
romana.philipp@kinderfreunde-ooe.at